DELMENHORST Sie rollen durch die Stadionsporthalle, drehen Pirouetten und strecken dabei grazil die Arme aus. Vanessa Rohrmoser (16) und Kea Petersen (12) sind völlig in ihrem Element. Die beiden Rollkunstläufer vom Delmenhorster Turnverein bereiten sich zurzeit intensiv auf den Europa-Cup vor, der vom 7. bis 10. Oktober in Portugal stattfindet. Es ist der höchste internationale Wettkampf in ihrer Altersklasse. Nur die Junioren und Senioren laufen bei den Weltmeisterschaften gegeneinander.

„Wir trainieren zurzeit viermal pro Woche“, sagt Vanessa, die bereits zum dritten Mal bei dieser inoffiziellen Europameisterschaft aufläuft. „2005 habe ich den dritten Platz geholt“, erzählt sie stolz. In diesem Jahr wurde sie zudem deutsche Meisterin im Einzellauf.

Ihre Vereinspartnerin Kea sicherte sich bei den deutschen Meisterschaften im Februar den zweiten Platz. Auf europäischem Parkett tritt die Willms-Schülerin zum ersten Mal an. „Ich bin schon ganz aufgeregt“, verrät das junge Mädchen, das einfach ganz großen Spaß am Rollkunstlauf hat. Vanessa fehlen beinahe die Worte, wenn sie das Gefühl beschreiben soll, das sie auf vier Rollen verspürt: „Das ist unbeschreiblich“, meint die Kerschensteiner-Berufsschülerin, die seit elf Jahren auf Rollschuhen unterwegs ist und darauf seit 2004 auch tanzt.

Das Lampenfieber vor dem Start ist nachzuvollziehen. „Das ist eine ganz andere Kulisse als bei uns“, sagt Trainerin Annika Bode. Bis zu 1000 Zuschauer würden den Wettbewerb verfolgen.

„Die beiden starten im Solo-Tanz für das deutsche Nationalteam“, berichtet Annika Bode. Von Frankfurt aus geht es mit dem Flugzeug nach Porto und dann weiter nach Luso, wo der Europa-Cup ausgetragen wird. „Insgesamt nehmen aus Deutschland elf Rollkunstläufer an dem Wettbewerb teil“, erzählt die Trainerin.

Die Konkurrenz ist groß: „In der Jugendklasse sind die Portugiesen und die Italiener sehr stark“, weiß Annika Bode und fügt an: „Auch die Franzosen sind nicht schlecht.“ Die Mädchen aus Delmenhorst müssten „extrem gut durchkommen, um nicht hinten zu landen“.

Die Trainerin sieht ihre Rollkunstläuferinnen von der Delme aber auf alle Fälle im vorderen Mittelfeld. Es sei allerdings immer wieder ein Problem, den Trainingsstand zu halten. Zwischen den deutschen Meisterschaften im Februar und dem Europa-Cup im Oktober liege einfach zu viel Zeit.

In Portugal müssen die beiden Mädchen die Pflichttänze Foxtrott und Walzer absolvieren. Anschließend laufen sie eine Samba. Da sei es wichtig, sich in der Musik wohlzufühlen.

Die Rollkunstlauf-Abteilung im Delmenhorster Turnverein zählt zurzeit rund 50 Mitglieder. Darunter sind vor allem viele jüngere Läuferinnen bis zwölf Jahre. Aber, verrät Trainerin Annika Bode: „Bis uns laufen auch drei Jungs mit.“

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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