Rüschendorf Eineinhalb Jahre haben die Vorbereitungen gedauert. Der Ort hat mit angepackt, nicht nur die fast 300 Mitglieder starke Kolpingfamilie. Der Dammer Ortsteil Rüschendorf zeigte sich beim 110. Kolpingtag am Sonntag von seiner besten Seite. Um die 7000 schwarz-orangen Blümchen und Schleifen schmückten die Straßen, der laut Bürgermeister Gerd Muhle „sympathischen Metropole im Dammer Osten“.

Der Tag stand unter dem Motto „Frieden ist nicht nur ein Wort“. Zwischen der Festrede von Thomas Kossendey, dem Präsidenten der Oldenburgischen Landschaft, und der Abschlussveranstaltung mit Ehrungen gab es drei Podiumsgespräche, Stände, Ausstellungen, Spielangebote, Platzkonzerte und einen Festgottesdienst mit Weihbischof Wilfried Theising. Rund 1500 Besucher aus dem Oldenburger Land waren angereist. Die Rüschendorfer ernteten viel Lob und Anerkennung. Bernhard Decker, Leiter der Kolpingfamilie, bekam von Diözesanpräses Frank Westerkamp die Ehrennadel „Münsteraner Dom“ überreicht.

Frieden heiße nicht nur Abwesenheit von Gewalt, sondern auch Abbau von Not, Förderung der Freiheit, Anerkennung von kultureller Vielfalt und Förderung von Bildung. Hierfür müssten sich Christen international einsetzen. Hinsichtlich der Flüchtlinge, die den Weg nach Europa suchten, sagte Kossendey: „Für mich als Christ ist es selbstverständlich, dass wir jeden, der auf diesem Weg in Not gerät, helfen müssen.“

Soldaten würden auf Auslandseinsätze gut vorbereitet und auch anschließend betreut, erzählte Oberstleutnant Ulrich Kisro in dem Podiumsgespräch über Bundeswehrsoldaten und ihr Leben nach dem Auslandseinsatz. Das zweite Podium widmete sich dem Projekt Kabuga, das wenige Jahre nach dem Genozid in Ruanda gegründet wurde. Bettina Uchtmann, Rektorin der Rüschendorfer Grundschule, hatte 1998 den Anstoß hierfür gegeben. Mit Hilfe eines Unterstützerkreises in Hamburg konnte schon eine halbe Million Euro gesammelt werden. In der dritten Podiumsrunde diskutierten Weihbischof Theising und die schiitische Theologin Hamideh Mohagheghi darüber, ob eine Welt ohne Religion friedlicher wäre. Staatliche Macht und Religion sollten getrennt sein, waren sie sich einig.

Im Festgottesdienst zeigte sich Theising erschüttert über Hassparolen gegen Flüchtlinge, Politiker und Engagierte. „Da sind viele, die nicht zum Frieden und zum Miteinander aufrufen, sondern aufhetzen und Gewalt ausüben. Wir sind aufgerufen, uns dagegen zu erheben und den Mund aufzumachen“, sagte der Weihbischof in der Predigt.

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