Ramsloh Karl-Johann Niemeyer und Dirk Siemer weisen auf die große kristallklare Wasserfläche. In mehr als 500 Metern Entfernung – inmitten des Sees – pumpt ein Bagger fleißig Sand an die Oberfläche, aus bis zu 20 Metern Tiefe. Vor 30 Jahren hat Karl-Johann Niemeyer ein Transportunternehmen gegründet, südlich der Elisabethfehner Straße betreibt die Firma eine Sandkuhle, aus der der Sand für Baustellen bezogen wird. 17 Mitarbeiter sind in der Firma derzeit beschäftigt, Dirk Siemer leitet den Betrieb. Karl-Johann Niemeyer zeigt in südöstliche Richtung: die Zukunft. Jedenfalls wenn es nach dem Unternehmer geht, denn auf diesen Flächen will man sich erweitern, rund 30 Hektar, um Sand abzubauen. Bisher liegen die Flächen, für die bereits Abbaugenehmigungen vorliegen und noch nicht genehmigte Erweiterungsflächen, auf einem Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung.

Wenn es nach Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) geht, sollen diese Flächen aber nicht für den Sandabbau zur Verfügung gestellt werden. Sie sind nämlich im neuen Entwurf zum Landesraumordnungsprogramm (LROP) als Vorranggebiet Torferhaltung und Moorentwicklung dargestellt. „Ich habe mich auf die geltenden Rahmenbedingungen verlassen und investiert“, sagt Karl-Johann Niemeyer, mehr als eine halbe Million Euro.

Weitere Investititionen müssten folgen, denn für den Sandabbau auf Erweiterungsflächen, die eine zwei Meter hohe Torfauflage haben, fehlt noch die Abbaugenehmigung. Doch ohne zu wissen, wie es mit dem LROP weitergeht, scheut Niemeyer weitere Investitionen. „Ich brauche Planungssicherheit. Ich muss mich darauf verlassen können“, sagt der Unternehmer.

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„Wo gebaut wird, braucht man Sand“, stellt Karl-Johann Niemeyer nüchtern fest. Er ist der Ansicht, dass durch ein mögliches Verbot der Sandgewinnung – die bestehenden Abbaugenehmigungen laufen noch bis 2028 – auch nachgelagertes Gewerbe wie etwa die Bauindustrie zu leiden hätte.

Das Ministerium torpediere mit den Planungen auch die geplante Nachnutzung: Denn im regionalen Raumordnungsprogramm für den Landkreis und im Flächennutzungsplan der Gemeinde Saterland ist vorgesehen, dass dort ein großes zusammenhängendes Erholungsgebiet mit einem großen See entstehen soll. Deshalb habe die Gemeinde den Sandabbau auch auf diesen Bereich konzentriert. Auch dafür habe er, Niemeyer, bereits Geld in Hand genommen.

Niemeyer sieht durch die Planungen „eine rechtswidrigen Einwirkung auf den Bestand meiner geschützten vermögenswirksamen Güter“, und seine „Eigentumsbestandsgarantie“ angegriffen, schreibt er in einer Stellungnahme an das Ministerium. Er kritisiert, dass es „offenbar keine Abwägung betroffener gewerblicher Belange“ gegeben habe.

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Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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