Cloppenburg Wenn in einem Landkreis mit einer Geflügelzahl von 13,2 Millionen Stück die Vogelgrippe nachgewiesen wird, macht sich der Landeschef persönlich ein Bild von der Lage. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat am Dienstagnachmittag im Anschluss an eine Visite bei der niedersächsischen Landwirtschaftskammer – diese feierte ihr zehnjähriges Bestehen am Standort Oldenburg nach der Fusion der Kammern Hannover und Weser-Ems – auch das Cloppenburger Kreishaus besucht. Hier traf er sich unter anderem mit Landrat Johann Wimberg, Kreisrat Neidhard Varnhorn, Kreisveterinär Dr. Karl-Wilhelm Paschertz, Kreislandvolk-Chef Hubertus Berges und dem Präsidenten des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke.

Wie berichtet, war das hochansteckende Vogelgrippe-Virus H5N8 am 23. November in einem Mastbetrieb in Barßel-Lohe nachgewiesen worden. Zunächst waren die dort eingestallten 16 000 Puten getötet worden, bevor die Keulung von 92 000 Stück Geflügel zweier benachbarter Betriebe folgte.

Weil betonte, dass ihn die Professionalität, Schnelligkeit und Konsequenz des Systems, mit dem im Landkreis Cloppenburg die Vogelgrippe bekämpft werde, beeindrucke. Gleichwohl bleibe wohl noch längere Zeit ein Restrisiko. Und das bereite der Region ernsthafte Sorgen, die die Landesregierung teile. „Es gibt keine 100-prozentige Garantie.“ Die Frage, warum das Virus trotz eines aus seiner Sicht so sicheren Systems das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren im selben Betrieb ausgebrochen sei, beantwortete er nicht. Damit sei er fachlich überfordert, sagte Weil.

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Landrat Wimberg betonte, dass es nach dem Vogelgrippe-Nachweis in Barßel keine neuen Fälle gegeben habe. Auch von möglichen Kontaktbetrieben sei ihm nichts bekannt.

Kreislandvolk-Vorsitzender Berges erklärte, dass er von der Landesregierung eine generelle Aufstallpflicht erwarte, auch wenn sich bereits 97 Prozent der landesweit rund 100 Millionen Stück Geflügel bereits im Stall befände. Damit werde das Risiko einer Ausbreitung der Vogelgrippe weiter gesenkt. Zudem würde ein Erlass aus Hannover den Druck von den einzelnen Landkreisen nehmen, diese mit vielen Konsequenzen behaftete Aufstallpflicht selbst verantworten und entscheiden zu müssen.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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