STAPELFELD „Wir haben gut ausgebildete Frauen, aber im Bereich gleicher Bezahlung herrscht noch Nachholbedarf.“ Das sagte die alte und neue Vorsitzende der CDU-Frauen-Union (FU), Marlies Hukelmann, während der Kreisversammlung. Zum Thema hatten sich die Frauen die „Arbeitsmarktsituation von Frauen im Landkreis Cloppenburg“ gewählt.

Der Gewerkschaftssekretär beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Oldenburg, Frerich Rüst, führte aus, dass das durchschnittliche Entgelt im Jahr 2009 im Landkreis Cloppenburg 2276 Euro brutto betragen habe, im Kreis Vechta 2204 Euro. Der Bundesdurchschnitt liege bei 2915 Euro. Rüst: „Damit liegt der Landkreis Cloppenburg am Ende der Tabelle.“

Viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse würden die Würde des Menschen missachten. Im Bereich der Leiharbeit gebe es Lohnunterschiede von 35 bis 46 Prozent. Frauen würden die Differenzen deutlich zu spüren bekommen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

2009 seien im Landkreis Cloppenburg 31 792 Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor beschäftigt gewesen – davon 10 422 Frauen. In Niedersachsen waren 2010 mehr als 515 000 Menschen ausschließlich geringfügig beschäftigt – 21 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Problematisch gestaltet sich nach Angaben des Gewerkschaftsvertreters dadurch die Rentensituation: „Zwölf Millionen Menschen sind fleißig und wollen arbeiten, werden aber in der Altersarmut landen“, machte Rüst deutlich.

„Diese Arbeitsverhältnisse scheinen sich gut mit dem häufig gelebten Familienmodell vereinbaren zu lassen, wirken sich jedoch fatal auf die soziale Absicherung der Frauen aus“, hatte die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Dr. Christina Neumann, kürzlich vorgerechnet. Denn wer Teilzeit arbeite, bekomme später auch nur eine Teilzeit-Rente. Deshalb seien Frauen in Deutschland viel stärker von Altersarmut bedroht als Männer.

Rüst forderte die Schaffung von mehr Vollzeitjobs und eine gerechte Entlohnung. Er sprach auch die Lohnforderungen in den Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes an. Nach seiner Ansicht seien Lohnsteigerungen von 20 Prozent nötig, denn: „Die Unternehmer haben im letzten Jahr 58 Prozent mehr Gewinne gemacht.“

51 Frauen seien seit der vergangenen Kommunalwahl in den Räten der Städte- und Gemeinden im Kreis vertreten, informierte FU-Vorsitzende Huckelmann. Sechs Frauen wurden in den Kreistag gewählt.

Die Versammlung wählte Mechtild Antons, Cloppenburg, Elisabeth Hemmen, Molbergen, und Rita Otten, Garrel, zu Stellvertreterinnen der Vorsitzenden. Als Beisitzerinnen gehören dem Vorstand Marianne Fugel, Saterland, Ines Hones, Cloppenburg, Brigitta Kösters, Molbergen, Agnes Menke, Löningen, Gisela Pohlmann, Emstek, Jutta Heyer, Emstek, und Reinhild Tönnies, Garrel, an. Wiedergewählt wurde Schriftführerin Agnes Schrand aus Ermke.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.