THüLSFELDE Martina Schikora ist eine von vielen Naturfreunden, die die Thülsfelder Talsperre und die sie umgebende Landschaft ganz besonders zu schätzen wissen. Mit ihrem Mischlingshund „Balou“ dreht sie regelmäßig ihre Runden auf dem Deich des Stausees. Dass jetzt aus der Talsperre wegen der erneuten Sanierungsarbeiten am Auslaufbauwerk das Wasser abgelassen wird, bringt die in Garrel lebende 44-Jährige auf die Palme: „Durch die Fehlsanierung wird der Vernichtung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen mit einkalkuliertem Massensterben an Fischen, Muscheln und Kleinstlebewesen, Vorschub geleistet“. Martina Schikora spricht sogar von einem „Supergau“ für die Talsperre.

Sie stelle sich die Frage, warum bei der Sanierung der Talsperre durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf fachlich kompetente Unterstützung verzichtet worden sei. Bauliche Missstände hätten dann bereits frühzeitig vermieden werden können. Schikora: „Seit der Sanierung im letzten Jahr schieben sich NLWKN und das beauftragte Ingenieurbüro wechselseitig den schwarzen Peter zu, um aus der Verantwortung für abermals entstandene Schäden genommen zu werden.“

Für Regressansprüche des Naturschutzes wolle niemand aufkommen, vermutet die Garrelerin. Gewachsenen Lebensräume würden nun bewusst zerstört. Dort lebten am Wasser Sumpfpflanzen, Lurche, Wasser- und Wattvögel, Tag- und Nachtfalter, Heuschrecken, Libellen und eine enorme Vielfalt an Vogelarten. Im Wasser gebe es zudem einen beachtlichen Fischbestand. Martina Schikora: „Das seit 1927 gewachsene Biotop geht sprichwörtlich den Bach hinunter, um ein Leck zu flicken, Hohlräume zu stopfen und vorhandene Filter richtig zu installieren.“ Andernorts würden solche Maßnahmen vor Ort und unter Wasser erledigt.

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Am Ende blieben „Inkompetenz, nachhaltig fruchtlose Schuldzuweisungen und neu inszenierte Maßnahmen, die nicht dem heutigen Stand der Technik entsprechen“.

Es werde die nächsten 20 Jahre kein nennenswerter Fischbestand in der Talsperre vorhanden sein, vermutet Martina Schikora. Die Thülsfelder Talsperre verliere ihre Funktion als Naturschutzgebiet, obwohl sie vom Land Niedersachsen an die Europäische Union (EU) als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet gemeldet worden sei. Martina Schikora: „Adieu Talsperre. Du warst ein kleines Paradies.“

Heinz-Josef Laing Friesoythe / Redaktion Münsterland
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