Ramsloh Mit aller Schärfe wehrt sich die Geschäftsleitung des Torfwerks Moorkultur Ramsloh gegen die von Niedersachsens Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Christian Meyer, geplante Änderung des Landesraumordnungsprogramms (LROP). Wie berichtet, beabsichtigt die Landesregierung unter anderem, dass die Vorranggebiete für Rohstoffgewinnung vollständig gestrichen und als Vorranggebiete für Torferhaltung und Moorentwicklung aufgenommen werden sollen. „Das trifft unser seit über 100 Jahren geführtes Moorgut außerordentlich und gefährdet die Existenz des in dritter Generation geführten Unternehmens“, sagen Geschäftsführer Gunnar Koch und sein Vater Christian. In einer Stellungnahme gegenüber dem Minister machen sie ihren Unmut laut und sprechen von Schadenersatzansprüchen in Höhe von mehreren Millionen Euro.

Von besonderer Relevanz seien die Änderungen in Bezug auf die Gebiete, die als Vorranggebiete für Rohstoffgewinnung ausgewiesen seien und nun nach dem aktuellen Entwurf zu Vorranggebieten für Torferhaltung und Moorentwicklung werden sollen. „Diese Änderung widerspricht jedoch der bestandskräftigen Genehmigung des Landkreises Cloppenburg, in der uns für diese Flächen eine landwirtschaftliche Folgenutzung mit Tiefumbruch zugesichert ist“, sagt Seniorchef Christian Koch.

Der Genehmigung läge insbesondere das sogenannte Klappkonzept zugrunde. In einem langwierigen Prozess hätten die Beteiligten die Belange des Naturschutzes, der Landwirtschaft und der Torfindustrie in Einklang gebracht. Das Klappkonzept sichere den Torfabbau für die Zukunft und löse die Konflikte zwischen Landwirtschaft und Naturschutz.

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„Die Ausweisung der neuen Vorranggebiete für Torferhaltung und Moorentwicklung widerspricht dem Klappkonzept“, sagt Geschäftsführer Gunnar Koch. Aber schlimmer sei noch, dass im Vertrauen auf das LROP 2012 Flächen von insgesamt rund 450 Hektar von landwirtschaftlichen Betrieben angepachtet worden seien und schon Kompensationsmaßnahmen auf den Flächen durchgeführt würden, sagt er. „Die Landwirte brauchen diese Flächen, um ihren Betrieb weiterführen zu können und wir haben uns verpflichtet, die gepachteten Flächen nach dem Abbau in einem tiefgepflügten und ackerfähigen Zustand zurückzugeben“, sagen Vater und Sohn. „Wenn wir die Flächen nicht wie vereinbart an die Eigentümer zurückgeben können, kommen auf uns diverse Schadenersatzansprüche zu. Es ist mit Schädigungen von rund 22,5 Millionen Euro zu rechen. Die werden wir dem Land gegenüber geltend machen.“

Dazu kämen noch etwa 8,4 Millionen Euro, wenn der Antrag auf „Klapp II“ aufgrund der Änderung des LROP abgelehnt werde. Das würde bedeuten, dass der Rohstoff aus dem Baltikum importiert werden müsste, um die Substratfabrik weiter betreiben zu können, sagen die beiden Ramsloher Unternehmer. Sie fordern die Planung vor Ort unter Einbeziehung des Landkreises und der Gemeinde abzustimmen.

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