Cloppenburg Die Stadt Cloppenburg wird das Gebäude der ehemaligen Druckerei Schwärter mit einer Fläche von rund einem Hektar im Gewerbegebiet West kaufen. Das hat der vertraulich tagende Verwaltungsausschuss am Montag bei einer außerordentlichen Sitzung im Rathaus beschlossen. Eine entsprechende NWZ-Anfrage bestätigte Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese am Dienstag. Über den Kaufpreis machte der Verwaltungschef keine Angaben, nach NWZ -Informationen dürfte er bei rund einer Million Euro liegen.

Die zehn Zimmer des Verwaltungsgebäudes samt Duschen und Toiletten will die Verwaltung in städtische Unterkünfte für rund 45 Flüchtlinge umwandeln. „Die dezentrale Unterbringung stößt an ihre Grenzen“, kommentierte Wiese das Vorhaben. Obwohl die Stadt auch weiterhin bestrebt sei, privaten Wohnraum anzumieten, müsse sie sich nun auch um Alternativen bemühen. Neben dem Schwärter-Gebäude seien das auch – sich schon im Besitz der Stadt befindliche – Freiflächen, auf die im Falle eines Falles Wohncontainermodule gebaut werden könnten. Um entsprechende Genehmigungen kümmere man sich, außerdem habe die Verwaltung beim Landkreis Bedarf hinsichtlich der Container angemeldet. Denn Zelte seien in Anbetracht des bevorstehenden Winters keine Option, „und auch auf Turnhallen würden wir nur ungern zurückgreifen“, erklärte Wiese. Dies sei in der Region beispielsweise schon in Damme, Lingen und Meppen passiert.

Die große Schwärter-Halle – so der Bürgermeister – werde umgehend an den Landkreis weiterverpachtet. Zurzeit befinden sich dort Flüchtlinge, die vom Land im Rahmen eines so genannten Amtshilfeverfahrens nach Cloppenburg geschickt wurden, weil die Erstaufnahmelager völlig überfüllt sind. Am Freitag – so der Stand von Dienstag – waren 99 Flüchtlinge angekommen und in der Nacht von Sonntag auf Montag 104. Heute werden noch einmal rund 100 Frauen, Männer und Kinder erwartet.

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Allerdings – so bestätigte Kreispressesprecherin Sabine Uchtmann am Dienstag eine NWZ -Anfrage – habe die Hälfte der bislang bei ehemals „Schwärter druckt“ untergebrachten Flüchtlinge die Notunterkunft schon wieder mit unbekanntem Ziel verlassen. Dem Vernehmen nach schlagen sie sich zu Freunden und Verwandten durch, die schon länger in Deutschland oder Skandinavien leben. „Das wird so sein“, kommentierte Uchtmann. Der Kreis habe die Menschen registriert und ein Foto von ihnen gemacht, was aber „kein erkennungsdienstlicher Vorgang“ sei, so Uchtmann. Man hindere die Flüchtlinge nicht an der Weiterreise, einige meldeten sich bei den Hilfskräften vor Ort ab, andere gingen einfach so.

Sollte der Landkreis die Halle eines Tages nicht mehr benötigen, so Bürgermeister Wiese, „werden wir sie weiterveräußern“.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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