Kartoffeln
Extreme Dürre verursacht große Ernteverluste

Bild: GS agri
Dr. Rolf Peters analysiert bei der Praxisschulung die Situation auf dem Feld.Bild: GS agri
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Schneiderkrug /Cloppenburg Die Schneiderkruger Genossenschaft GS agri eG befürchtet bei der bevorstehenden Kartoffelernte große Einbußen. Das ist ein Fazit einer Praxisschulung, zu der die Genossenschaft jetzt nach Cloppenburg eingeladen hatte. Aufgrund der extremen Dürre würden die Landwirte in diesem Jahr deutlich weniger ernten können, der Regen komme zu spät.

„Wir erwarten 30 bis 50 Prozent Minderertrag“, so Frank Pelk, Ackerbauexperte der GS agri. Für die wenigen beregneten Flächen erwarte er 10 bis 20 Prozent Verluste. Umso wichtiger sei in dieser schwierigen Situation die optimale Einstellung des Kartoffelroders. Schließlich soll die Knolle möglichst schonend geerntet werden, denn „heimische Kartoffeln werden sehr knapp und freie Mengen sind auf dem Markt so gut wie gar nicht vorhanden“, ergänzt Pelk. Kaum ein Landwirt werde seine Lieferverträge bei den Verarbeitern erfüllen können.

Die GS agri konnte in Zusammenarbeit mit dem Lastruper Landmaschinenhändler Wesselmann & Schröder und der Grimme Landmaschinenfabrik aus Damme für diese Problematik den renommierten Kartoffelexperten Dr. Rolf Peters für die Praxisschulungen gewinnen. Peters sammelte 35 Jahre Berufserfahrung rund um die Kartoffel an der Versuchsstation der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Dehtlingen im Heidekreis. 25 Jahre leitete er die Station, seit Mai befindet er sich im Ruhestand.

Ansprechend und lebhaft schulte Peters die 40 Landwirte und Fahrer der Erntegespanne, aufgeteilt in kleine Gruppen. Schritt für Schritt erläuterte er auf dem von Ann-Kathrin Meyer zur Verfügung gestellten Versuchsfeld in Cloppenburg zunächst theoretisch die kritischen Einstellungen am Kartoffelroder. Eine möglichst beschädigungsarme und schonende Rodung des beliebten Gemüses ist das Ziel. Angefangen bei der Stellung des Rodeschars, über die Geschwindigkeiten der Siebketten und Trenngeräte, bis hin zum Fallbrecher im Anhänger wurden Einstellungen und Möglichkeiten zur Verbesserung mit den Praktikern diskutiert.

Bei der anschließenden praktischen Umsetzung testeten die Teilnehmer direkt am Kartoffelroder die neuen Erkenntnisse und analysierten das Ergebnis. Die Gäste kamen dabei auch zu dem Schluss, dass eine gute Ernte viel vom Wissen des Fahrers des Erntegespanns abhänge.

Aktuelle technische Lösungen nahmen die Teilnehmer an einer von Grimme zur Verfügung gestellten Neumaschine in Augenschein. Die Fachleute des Landmaschinenhändlers und -herstellers informierten über mögliche technische Nachrüstungen für Kartoffelroder, um die Ernte auch unter solch extremen Erntebedingungen wie in diesem Jahr gut zu meistern.

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