CLOPPENBURG Rutschpartie auf Cloppenburgs Straßen und umzu: Vor allem am Sonnabend und Sonntag sorgten teilweise nicht gestreute Straßen für Ärger bei Auto- und Radfahrern, die auf dem Weg zum Weihnachtseinkauf in die Cloppenburger Innenstadt waren. Einige meldeten sich bei der NWZ .

Es sei an der Zeit, das Streukonzept zu überarbeiten, kritisierte der Vorsitzende der Wirtschaftsgemeinschaft, Heinz-Josef Schröder. Auf der Langen Straße laufe man zwischenzeitlich „wie auf Eiern“. Mit Vorwürfen hält sich Schröder allerdings zurück, denn: In umliegenden Städten und Gemeinden herrschten ähnliche Situationen, ist die Erfahrung Schröders.

Kritik, die die Stadtverwaltung nicht auf sich sitzen lassen möchte: Am Sonnabend habe man zuletzt noch am Abend geräumt, und auch am Sonntagmorgen wieder. Zudem sei die Stadtverwaltung in der Fußgängerzone eigentlich gar nicht zuständig, sondern die Anlieger.

Streusalz wirkt zum Teil nicht

Auch bei der Stadt seien in den vergangenen Tagen viele Anrufe und E-Mails eingegangen – nicht immer zu Recht, sagte der städtische Bauamtsleiter Gerd Lohmöller. So sei man etwa nicht zuständig für den Kessener Weg, die Cappelner Straße oder die Sevelter Straße. Wie hier liegt auch die Zuständigkeit für den Winterdienst auf der Fritz-Reuter-Straße bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, schiebt der Bauamtsleiter den „Schwarzen Peter“ an die Behörde in Lingen weiter, die für die Räumung der Kreis- Landes- und Bundesstraßen im Kreis zuständig ist. Und bei der Räumung der Geh- und Radwege seien die Anlieger gefordert. Lohmöller: „Wenn wir nur dort räumen würden, wo wir zuständig sind, wäre morgen Chaos in der Stadt.“

Der städtische Bauhof, der in drei Rufbereitschaften ` neun Mann ab morgens um fünf Uhr mit sechs Fahrzeugen fährt, sei im Dauereinsatz, bestätigte Bauhofleiter Andreas Hempen. Schulwege und Hauptverkehrsknotenpunkte hätten dabei Priorität. Allerdings: Bei den derzeit herrschenden Temperaturen bis zu minus sieben, acht Grad wirke das Streusalz nicht oder nur verspätet, führte Hempen weiter aus. An neuralgischen Punkten habe man deshalb teils mit einem Salz-Split-Gemisch gestreut. In den nächsten Tagen könnte sich die Situation allerdings noch verschärfen: Prognostiziert ist kräftiger Schneefall, und der städtische Bauhof sei über Weihnachten nicht voll besetzt, sagte Lohmöller. Auch der Cloppenburger Landrat, Hans Eveslage, zeigte sich am Montag mit der Streusituation „nicht zufrieden“.

Kein Streuen am Wochenende

Behörden-Leiter Klaus Haberland räumte am Montag ein, dass seine Mannen am Sonnabend und Sonntag die in ihren Zuständigkeitsbereich fallenden Straßen im Cloppenburger Stadtgebiet nicht gestreut hätten. „Wir haben uns ab Montagmorgen wieder voll auf den Berufsverkehr konzentriert.“

Von einem Salzmangel hier in der Region wollte Haberland indes nichts wissen. Löningen habe noch genug und Friesoythe just am Montag eine neue Lieferung bekommen. Im Übrigen sei noch kein Lager leer. Allerdings könne der Plan, bei zu 80 Prozent gefüllten Lagern schon nachzubestellen, nicht gehalten werden. Zurzeit werde die tägliche Streusalzportion von landesweit 1500 Tonnen zentral von Hannover aus verteilt – und zwar mit der Prioritätenliste Autobahn vor Bundes-, Landes- und Kreisstraßen.

Zu einer generellen Kritik am Winterdienst wollte die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta sich nicht hinreißen lassen. Man habe aber die Stadtverwaltung auf eine extrem glatte Stelle am Lankumer Ring/Max-Planck-Straße hingewiesen, wo es zu zahlreichen Kollisionen gekommen sei, berichtete Sprecherin Gunda Dreesmann. Weiterer Brennpunkt im Stadtgebiet war am Montagmorgen die Westerland Straße/Friesoyther Straße. Auch hier habe es einige Male gekracht.

Leicht verletzt wurde auf den glatten Straßen am Sonnabend, 17.45 Uhr, eine 35-Jährige aus Neuenkirchen-Vörden. Ein 19-jähriger Cloppenburger, der auf dem Kessener Weg in Richtung Löninger Straße unterwegs war, kam trotz Winterreifen nicht rechtzeitig zum Stehen und fuhr auf die vor ihm haltende 35-Jährige auf.

Schüler haben schon Ferien

Über vorgezogene Weihnachtsferien freuen sich indes die Schüler. Aufgrund der Straßenverhältnisse hatte das Schulamt des Landkreises Cloppenburg bereits am Montagnachmittag entschieden, dass am Dienstag an allen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen im Landkreis Cloppenburg der Unterricht ausfällt.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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