Garrel Der Planungs-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Umweltausschuss der Gemeinde Garrel hat dem Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig empfohlen, die Planungen zur energetischen Optimierung der Kläranlage in Garrel mit Umstellung der Schlammstabilisierung voranzutreiben. Zudem soll ein Förderantrag gestellt werden.

Errichtet worden sei die Kläranlage 1868 als mechanisch-biologisches Klärwerk und seitdem regelmäßig modernisiert und erweitert worden, sagte Bauamtsleiter Ewald Bley. Zuletzt war dies 2008 der Fall. Ausgebaut sei sie für 29 400 Einwohnergleichwerte. Damit sei man am Rand der Kapazitäten angelangt, sagte Bürgermeister Andreas Bartels. Der Stromverbrauch liege im Vergleich mit anderen Kläranlagen 33 Prozent über dem Durchschnitt. Schuld ist unter anderem das stark verschmutzte gewerbliche Abwasser. Zudem wies Bley darauf hin, dass eine landwirtschaftliche Verwertung des Klärschlamms wegen gesetzlicher Vorgaben künftig nicht mehr möglich sein wird.

Eine Möglichkeit wäre, unter anderem ein Faulturm, eine Vorklärung und ein Blockheizkraftwerk zu bauen und die Verfahrenstechnik umzustellen. Der Stromverbrauch könnte so um etwa 30 Prozent verringert werden (Ersparnis 232 183,80 kWh im Jahr). 60 bis 70 Prozent Eigenstrom könnten über das Blockheizkraftwerk erzeugt werden, die wieder Verwendung in der Anlage finden können. Bley: „Der Hauptstromverbraucher ist die Belüftung mit 60 Prozent. Aus dem Faulgas lassen sich etwa 800 000 Kilowattstunden im Jahr an Strom erzeugen, was etwa 50 Prozent des derzeitigen Stromverbrauchs entspricht.“ Der Klärschlammanfall könnte um etwa 20 Prozent (4045 Kubikmeter pro Jahr) verringert werden. 20 bis 25 Prozent könnte die Anlage an Kapazität gewinnen. Ein positives Ergebnis wäre nach zehn Jahren erreicht.

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Nachteile, so Bley, wären die Kosten in Höhe von rund 3,9 Millionen Euro und dass die Mitarbeiter weitergebildet werden müssten. Mindestens eine Person mehr müsste Vollzeit eingestellt werden, sagte Bartels. Bisher lägen die Abwassergebühren bei 1,80 Euro pro Kubikmeter und würden höchstens auf zwei Euro steigen. Wenn die Gemeinde allerdings nicht handele, würden sich die Gebühren künftig enorm erhöhen. Zudem könne man drei beantragte Erweiterungen von Betrieben nicht genehmigen.

Eine mögliche Förderung von 50 Prozent der Kosten (maximal 1 Million Euro) ist aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung möglich. Der Antrag auf Förderung muss bis Ende November gestellt werden. Bley wies darauf hin, dass es aber auch weniger als 50 Prozent sein könnten, da es ein Ranking-Verfahren gebe.

„Das ist eine hammerharte Investition“, sagte Josef Berkemeyer (CDG). Er schlug vor, einen unabhängigen dritten Gutachter zurate zu ziehen, da er eine Kostenkalkulation vermisse. „Wir sollten den Antrag stellen, erst dann entscheiden und uns andere Anlagen anschauen“, sagte Theo Kettmann (FDP). Der Rat werde sich vergleichbare Anlagen anschauen, versprach Bartels. „Die Dringlichkeit ist da. Wir sollten auf jeden Fall den Antrag stellen“, sagte Heike Robke (SPD). Das sah auch Martin Backhaus (CDU) so.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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