EMSTEK Einen Europäischen Geschichtsschirm (EGSÄ) soll die EU über dem „Ecopark“ und anderen archäologisch interessanten Flächen aufspannen. So lautete eine der drei Forderungen, die das Gogericht an 20. Gerichtstag am Sonnabend, 30. Juni, auf dem Desum bei Emstek stellte. Anlass war der Fall, den Uwe Haring, Geschäftsführer des Gewerbegebietes, dem Gografen Bernd Meerpohl mit seinem Urteilsweisen und dem „Umstand“ (Schöffen) vortrug.

400 000 Euro drücken

Es ging Haring um die Kosten archäologischer Untersuchungen des 300 Hektar großen Areals des interkommunalen Zweckverbandes (Cappeln, Emstek, Stadt und Kreis Cloppenburg). Nach seinen Angaben wurden bisher 400 000 Euro für solche Maßnahmen gezahlt. Weder der „Ecopark“ noch die Vorbesitzer der Äcker und auch nicht sich ansiedelnde Firmen sehe er als Verursacher der historischen Funde an. Weil dieses Kostenproblem Kommunen, Betriebe sowie Privatleute ereilen kann, erhoffte er sich ein weises und gerechtes Urteil. Lobenswert sei das Engagement der Verantwortlichen, das in dem Motto „Arbeit erleben“ leicht verständlich sei.

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„Wir alle können stolz sein zu erleben, wie unsere Vorfahren gearbeitet haben“, so der Urteilsweise Wessendorf. Doch sollten weder die aktuellen noch frühere Flächeneigentümer mit den Kosten belastet werden. „Überhaupt darf kein Bauherr für das Bergen, Dokumentieren und Aufbewahren der Scherben seiner Vorgänger zur Kasse gebeten werden“, lautete die Forderung des Gerichts, das die Flächen unter einem „EGSÄ“ sehen will.

Der historische Fall, den die Heimatvereine Vechta, Oythe und Langförden zum Gerichtsjubiläum vortrugen, brachte die mehr als 500 Zuschauer zum Lachen. Als Basis dienten Protokolle einer Desum-Verhandlung von 1582 und 1583. Mit viel Leidenschaft traten dabei nicht nur zwei Advokaten gegeneinander an. Der beklagte Holtruper Bauer Niemann, erschien mit seiner Familie, darunter zwölf Kindern. Zudem drohten mit Knüppeln bewaffnete Nachbarn den Gutsherren der Holtruper, und den Advokaten. Im Fall ging es um Bauer Niemanns Schweine, die allzu oft zur Eichelmast in nicht zugewiesene Wälder der Kläger getrieben wurden. Das gehe nicht, befanden die Schöffen, und der Urteilsweise verkündete: Recht muss stets Recht bleiben. In Zukunft habe Niemann, wenn er Schweine in das nicht zugewiesene Gebiet schicke, den Gutsherren ein Fass Butter zu liefern.

Einsatz im Ehrenamt

Den Ehrenteller der „Interessengemeinschaft Altes Gogericht auf dem Desum“ erhielt Clemens-August Krapp (Vechta). Bevor ihn der IG-Vorsitzende Georg Meyer-Nutteln überreichte, skizzierte Laudator Josef Kläne die Person Krapp und sein Wirken für das Oldenburger Münsterland. Er sei nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern engagiere sich ehrenamtlich-kirchlich sowie in der Kommunalpolitik. Mehr als 21 Jahre vertrat Krapp als CDU-Kreisvorsitzender Bürgerinteressen. 33 Jahre gehörte er dem Kreistag Vechta und 20 Jahre dem Niedersachsen-Landtag an. Als Vechtaer Landrat prägte er 29 Jahre die heimische Region.

 @ Mehr Informationen auch unter http://www.gogericht-auf-desum.de

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