Ramsloh /Scharrel Vielerorts läuft derzeit die Mahd des Grünlandes auf Hochtouren. Die Landwirte sind auf das eiweißreiche Gras als Futtersilage mehr denn je angewiesen, aber in den Jagdrevieren seien auch Wildtiere durch Mäh- und Erntemaschinen bedroht, heißt es von Seiten der Hegeringe Ramsloh und Scharrel.

Ihren Platz zum Setzen suche die Ricke im hohen, dichten und feuchten Gras aus, wo das fluchtunfähige Kitz seine ersten Lebenswochen verbringt. Durch seine Fleckentarnung ist es nahezu unsichtbar. Der normalerweise sichere Ablageort, der geringe Eigengeruch der Kitze und die Felltarnung bieten an sich einen perfekten Schutz.

Doch das Versteck im Grünland und der angeborene Reflex, sich bei Gefahr platt auf den Boden zu drücken, nütze dem kleinen Kitz nichts, wenn das Mähwerk kommt, heißt es seitens der Hegeringe. Nicht nur Kitze und Gelege von Brutvögeln sind in Gefahr, sondern auch erwachsene Tiere, wenn bei Dunkelheit gemäht wird, sie in das Licht der Erntemaschine schauen und stehen bleiben. Die Wiese sollte daher vor der Mahd mit Helfern und gehorsamen Hunden an der Feldleine abgesucht werden.

So eilten seit Muttertag die fleißigen Helfer der Reviere Hollen 2, Hollenermoor, Ramsloh-West und Scharrel-Bätholt von Weide zu Weide und hofften, alle Tiere gefunden zu haben, um Kitze, Junghasen und Bodenbrüter wie Enten, Feldlerche, Fasan, Brachvogel, Wachtel, Kiebitz und Bekassine vor dem Mähtod zu bewahren. Es ist die Zeit, in der die ersten Kitze gesetzt sind und Wiesen sowie besonders waldnahe Flächen zur tödlichen Falle werden.

Doch vor jeder erfolgreichen Suche steht auch die gute, frühzeitige Verständigung über den Mähtermin zwischen Landwirt und den örtlichen Jägern. So berichtete Edmund Eilers am vergangenen Montag, dass sie bereits acht Kitze gerettet, einige Hasen rausgetrieben und Eier von Enten- und Fasanengelegen in Sicherheit bringen konnten.

Die gefundenen Kitze werden zusammen mit einem dicken Grasbüschel hochgenommen, um die spätere Annahme des Kitzes durch die Ricke nicht zu gefährden. Es wird für die Dauer des Mähvorgangs aus der Wiese verbracht und zu einem schattigen Platz ganz in der Nähe unter einer Kiste oder einem Korb abgelegt. Eine zeitnahe Mitteilung des Mähtermins sei wünschenswert, um „vermeidbares Leid von Tieren abzuhalten“. Effektiv, so Edmund Eilers, seien auch Stöcke mit Flatterbändern, die am Abend zuvor in die Grünflächen gestellt werden.

Nicht zuletzt können totgemähte Tiere ihren Weg in die Silos finden und durch Leichengift lebensbedrohliche Vergiftungen von Stalltieren verursachen. Auch kann sich das abendliche Anmähen von Wiesen vor der eigentlichen Mahd bewähren. Das Mähen selbst hat sich von innen nach außen bewährt. So bewegt sich das Wild in angrenzende Flächen. Landwirte und Jäger kämpfen daher gemeinsam gegen den Mähtod.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

NWZONLINE-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten.
Meine E-Mail wird nur zu diesem Zweck verwendet.
Einwilligung jederzeit wider­rufbar, Abmeldelink in jeder E-Mail. Die Datenschutz­erklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.