Ramsloh Mit Erstaunen bilanzieren Beobachter die gewerbliche Entwicklung im Saterland. Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen in nur sechs Jahren um 130 Prozent. Im Jahr 2010 nahm der Kämmerer im Ramsloher Rathaus 3,18 Millionen Euro an Gewerbesteuern ein. Schritt für Schritt wuchs das Aufkommen über 5,15 Millionen Euro (2015) auf sogar 7,33 Millionen an. Vergangenes Jahr gingen 7,15 Millionen Euro ein. In diesem Jahr dürfte sich der Betrag noch einmal erhöhen. Bis zum 30. September waren es schon 5,7 Millionen Euro.

Pro Kopf stiegen die Gewerbesteuereinnahmen von 245 auf 552 Euro. Mit diesen Werten kann das Saterland durchaus mit anderen Kommunen mithalten. Barßel liegt deutlich darunter. Woran liegt denn die enorme positive Entwicklung im Saterland? Hubert Frye begründet das mit dem enormen Fortschritt zahlreicher Betriebe: „Die meisten Unternehmen haben die Krisenjahre gut überstanden.“ Es sei kein Geheimnis, dass auch der Windpark enorme Gewerbesteuern abwerfe, aber die positive Entwicklung sei auch auf das Engagement zahlreicher Beschäftigter in Betrieben zurückzuführen. „Die Gemeinde schafft nur die Bedingungen, mehr nicht“.

Noch sei die dem Saterland zustehende Gewerbesteuer aus dem C-Port am Küstenkanal nicht bemerkenswert, aber die Entwicklung sei auch dort positiv. In den vergangenen Jahren habe es kaum Ausfälle gegeben, so Frye. Aber immer noch habe der Nordkreis Entwicklungsprobleme: „Man sieht deutlich, dass die sich nach Vechta orientierenden Kommunen über die bessere Struktur verfügen.“ Manche Beobachter führen das auf den frühen Bau der Hansalinie zurück, andere sehen den Grund in der konsequenten Hinwendung im „Silicon Valley“ der Agrartechnik zu den vor- und nachgelagerten Bereichen. Nicht nur Kartoffeln werden angebaut, auch die Roder zur Ernte werden hergestellt, und dann auch zu Pommes verarbeitet. Und nicht nur das Futter für die Schweine wird gemischt, auch das Borstenvieh wird nach der Mästung hier geschlachtet und größtenteils verarbeitet.

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So gesehen gab es schon mehrfach die Diskussion um eine andere Gestaltung der Kreisumlage. Sie wird einerseits vor allem nach der Steuerkraft, aber auch nach den Schlüsselzuweisungen berechnet. In steuerschwachen Kommunen sind die besonders hoch. Das Landkreis-Drittel könne bei den Schlüsselzuweisungen niedriger sein als bei der Steuerkraft. Gerade in Kreisen mit divergierender Steuerkraft – Emstek hat 1400 Euro pro Einwohner, Barßel gerade einmal die Hälfte – böte sich das an. „Wir haben das schon mal vertieft, aber damals Abstand genommen“, erzählt Frye. Hubert Frye kennt sich in Zahlen bestens aus. Vor seiner Bürgermeister-Zeit war er Kämmerer im Saterland. Noch heute weiß Frye, was ein Punkt Kreisumlage ausmacht (1,94 Millionen Euro). 2019 wird diese erneut um zwei Punkte gesenkt. Fast 300 000 Euro spart das Saterland durch die Reduzierung, muss aber immer noch 5,25 Millionen an den Landkreis überweisen. Dazu ist die Schlüsselzuweisung des Landes auf 2,8 Millionen abgesackt. Das sind fast 200 000 Euro mehr als in diesem Jahr.

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