Friesoythe /Sedelsberg Als Mutter von drei Kindern und als operative Managerin für ein Friesoyther Unternehmen ist es Naime Ramadani gewohnt, für viele Belange ein offenes Ohr zu haben. Seit dem 8. Mai dieses Jahres ist noch ein weiterer Bereich hinzugekommen, denn die Sedelsbergerin engagiert sich seit diesem Tag als ehrenamtliche Integrationslotsin in Friesoythe.

Jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr bietet sie dazu im Rathaus am Stadtpark, Mühlenstraße 12 in Friesoythe, eine Sprechstunde an. Vorrangig Flüchtlinge, Asylanten und Migranten aus Albanien, Kosovo, Montenegro, Serbien oder Rumänien kommen mit ihren Sorgen und Nöten zu ihr, denn die Muttersprache der Sedelsbergerin ist Albanisch.

1993 geflüchtet

Am 14. April 1978 wurde Naime Ramadani in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, geboren. „1993 flüchtete meine Familie dann nach Deutschland“, erinnert sich die 37-Jährige im Gespräch mit der NWZ . Von da an lebte sie in Sedelsberg und ist bis heute geblieben. „Für uns gab es damals keine Integrationslotsen. So etwas hat mir gefehlt“, sagt sie. Umso schöner sei es nun, selbst zu helfen, denn das Büro der Integrationslotsen biete die Möglichkeit, Wege aufzuzeigen.

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Ramadani schaffte es ohne Lotsen, einen beachtlichen Weg einzuschlagen. Nachdem sie die Realschule in Friesoythe und später die Handelsschule besuchte, absolvierte sie eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten und legte die IHK-Prüfung zur Fachwirtin im Gesundheitswesen ab. Heute arbeitet sie im Management.

Als Integrationslostin für den Bereich Albanisch steht ihr das Büro mit der Nummer 319 zwei Stunden pro Woche im Rathaus zur Verfügung. Noch ist dieses jedoch nicht ganz einfach zu finden, denn ein Schild neben der Tür verweist nur auf einen „Besprechungsraum“. „Wir sind eben noch in der Anfangsphase“, erklärt sie. Bisher hätten aber alle, die zu ihr wollten, auch das Büro gefunden, schildert sie mit einem Lächeln. Besprochen wird hier vieles. „Natürlich vertraulich“, fügt die 37-Jährige hinzu. Rund 40 Familien betreut Naime Ramadani derzeit. „Da reichen zwei Stunden pro Woche nicht. Ich spreche oder schreibe eigentlich täglich mit den Familien“, so Ramadani.

Es gäbe viele Hürden für Flüchtlinge. „Bei dezentraler Unterbringung gibt es häufig Schwierigkeiten mit der Mobilität, Briefe von Schulen und Ämtern sind für viele nicht verständlich“, erklärt sie. Um so wichtiger sei es, Angebote für Sprachkurse und Freizeitangebote zu finden. Um all diese Belange kümmert sie sich und gibt Hilfestellungen, wo sie kann, denn nur so sei Integration möglich. „Ich erkläre den Menschen aber auch Regeln wie zum Beispiel, dass es eine Schulpflicht für Kinder gibt. Das kennen ja nicht alle“, erklärt die Sedelsbergerin.

Weitere Hilfe nötig

„Für die Zukunft wünsche ich mir eine noch engere Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern und dem Sozialamt, damit die Menschen schneller den Weg zu den Integrationslotsen finden“, sagt sie imNWZ-Gespräch. Es freue sie, dass das Angebot so gut angenommen wird und sie vielen Menschen helfen könne. „Wir brauchen aber auch weitere Unterstützung.“ Interessierte können sich dazu bei Mina Amiry, der Koordinatorin der Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg unter Telefon  0152/14555247 melden.    Dienstags von 10 bis 12 Uhr leitet Faten Farhat die arabische Sprechstunde. Resmiye Agirmann leitet freitags von 8 bis 10 Uhr die kurdische Sprechstunde.Von 10 bis 12 Uhr leitet Naime Ramadani die albanische Sprechstunde.Kontakt zu den Lotsen unter Telefon   04491/929319 oder per Email:   verein-clp@integrationstosen.com

Sophie Schwarz Volontärin / NWZ-Redaktion
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