Neuvrees Die Imker im Nordkreis haben vorgesorgt: „Durch das Bilden von Kunstschwärmen konnten wir die Verluste bei der Überwinterung gering halten“, sagt Herbert Janssen, Erster Vorsitzender des Imkervereins Friesoythe, Bösel und Umgebung.

Vor allem ein Schädling macht den Imkern zu schaffen: Die Varroamilbe sorgt jedes Jahr dafür, dass viele Bienenvölker den Winter nicht überleben. Die Gründe für die geringen Verluste im Winter sind auch im heißen Sommer zu sehen: „Durch die Trockenheit war der Brutumsatz geringer, wodurch sich auch die Varroamilbe schlechter vermehren konnte“, erklärt Janssen. Die Völker gingen also bereits mit einer geringen Milbenbelastung in den Winter und hatten von Anfang an bessere Überlebenschancen.

Der extrem heiße Sommer im vergangenen Jahr hatte zur Folge, dass die Blätter einiger Baumarten sehr schwitzen: „Die Flüssigkeit wird von den Bienen ab einem gewissen Zuckergehalt aufgesaugt und es entsteht dunkler Waldhonig, der ansonsten sehr selten ist“, sagt Janssen. Dieser gilt als hochwertiger und kann daher teurer verkauft werden.

Den Imkern bereitet jedoch nicht nur die Varroamilbe Sorgen: „Die Trachtverhältnisse in der Gegend könnten noch verbessert werden“, betont Janssen. Damit sind gute Bedingungen für Bienen gemeint. Er selber geht hier mit gutem Beispiel voran und hat auf einer Fläche von 2,5 Hektar hinter seinem Haus eine Blühmischung eingesät.

Direkt in der Nähe befinden sich auch einige seiner 22 Bienenvölker sowie Obstbäume: „Insekten brauchen ein großes Angebot mit verschiedenen Pflanzen, in der Mischung sind acht insektenfreundliche Arten enthalten.“ Auch seine Obstbäume werden so optimal bestäubt und tragen viele Früchte.

Einige Trends betrachten die Imker kritisch: „In Siedlungen werden keine Bäume mehr gepflanzt und Steingärten angelegt, da läuft manches in die falsche Richtung“, sagt Janssen. Aus seiner Sicht müssten neben den Bienen auch die anderen Insektenarten stärker erforscht werden, um Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen.

Janssen ist seit knapp 30 Jahren Imker und kann bereits einen ersten Ausblick auf den Honig geben, der demnächst geerntet wird: „Der Mai ist zu kalt, dadurch wird es wenig Honig geben, der aber sehr gut von den Bienen verarbeitet ist und wenig Wasser enthält. Der Honig ist von höchster Qualität.“


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Nils Coordes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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