FRIESOYTHE „Eine Lehre muss man haben, das gehört dazu“, ist Timo Schlarmann sich sicher. Für den 17-Jährigen aus Petersdorf hat am Montag ein neuer Lebensabschnitt angefangen. Am 1. August hat das neue Ausbildungsjahr begonnen.

102 der Ausbildungsstellen, die der Bundesagentur für Arbeit in ihrem Geschäftsbereich Friesoythe gemeldet wurden, sind unbesetzt geblieben, „das sind 31 mehr als im Vorjahr“, berichtet Günter Behrendt, Pressesprecher der Arbeitsagentur in Oldenburg. Auch die Gesamtzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen steige. Behrendt sieht einen Grund für diesen Trend darin, dass die Unternehmen sich auf den demografischen Wandel vorbereiten. Weil sie fürchten, in kommenden Jahren keine geeigneten Bewerber mehr zu finden, würden sie jetzt verstärkt zugreifen. Allerdings seien noch 84 Bewerber ohne Ausbildungsplatz. Die meisten Azubi-Stellen werden für Industriekaufleute angeboten. Bei Mädchen ist der häufigste Ausbildungswunsch Bürokauffrau, Jungen wollen vor allem Kfz-Mechatroniker werden.

Mehr Technik im Auto

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Timo Schlarmann wird bei AZA Auto Jannink in Friesoythe zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet. „Das hieß früher Kfz-Mechaniker“, erklärt Jürgen Glänzel, in dem Betrieb für die Ausbildung zuständig. Inzwischen sei die Ausbildung an das veränderte Berufsbild angepasst worden. „Es befindet sich jetzt ja mehr Elektronik im Auto“, so Glänzel.

Das Autohaus bilde aus, um Nachwuchs zu haben, „nicht nur für uns, sondern auch für andere Unternehmen in der Region.“ Es könne sich unter verhältnismäßig vielen Bewerbern seine Auszubildenden aussuchen. 12 000 bis 15 000 Euro, so schätzt Glänzel, investiert der Betrieb insgesamt in jeden Auszubildenden.

Schlarmann scheint relativ beruhigt in den neuen Lebensabschnitt zu starten. Im Gespräch mit der NWZ  wirkt er recht selbstbewusst. Sein neuer Kollege Marcel Hatke ist ein bisschen nervöser. Der 16-Jährige erwähnt, dass er in der Nacht zuvor schlecht geschlafen hat. Doch inzwischen hat er seinen ersten Tag der Ausbildung, die dreieinhalb Jahre dauern wird, überstanden. Wie es war? „Gut“, so die knappe und gleichlautende Antwort von Hatke, Schlarmann und Daniel Renken. Der macht eine Lehre als Fachkraft für Lagerlogistik.

Kollegen kennenlernen

Tobias Kaczmarzik (19) hat viele Bewerbungen verschickt. „50 bis 60“, berichtet der Friesoyther. Zu fünf Vorstellungsgesprächen sei er eingeladen worden. Vor „drei bis vier Wochen“ hat er die Zusage für eine Ausbildung zum Informatikkaufmann im St.-Marien-Hospital bekommen. Drei Jahre wird er sich dort um die rund 150 Computer kümmern. Sein erster Arbeitstag habe vor allem daraus bestanden, den neuen Arbeitsplatz und die Kollegen kennzulernen. Die neun neuen Krankenpflege-Azubis hat er dabei noch nicht getroffen. Deren Ausbildung hat mit einem theoretischen Block in der Krankenpflegeschule in Cloppenburg begonnen.

Mangelhafte Bewerbungen

„Auf die neun Plätze haben wir rund 50 Bewerbungen bekommen“, berichtet Mechthild Schade, die die Krankenpflegeschüler betreut. 60 Prozent der Bewerbungen seien aber zu mangelhaft gewesen. Schade nennt zahlreiche Rechtschreibfehler als häufigstes Problem und nicht ausreichende Qualifikationen der Bewerber.

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