Garrel Enno kleine Stüve ist ein Exot: Gerade erst 19 Jahre alt, trotzdem aber schon Maurer- und Betonbaumeister. „Einer der jüngsten im Kammerbezirk“, sagt Thorsten Heidemann, Pressesprecher der Handwerkskammer (HWK) Oldenburg, auf Nachfrage der NWZ. Nur zwei Meister im gleichen Alter verzeichnete die HWK in den vergangenen Jahren. Er sei in den Meisterklassen immer der Jüngste gewesen, berichtet Enno kleine Stüve. Fehlenden Respekt wegen seiner noch jungen Berufsjahre kann er im Betrieb nicht feststellen. „Wir haben ein gutes Betriebsklima“, berichtet er im Gespräch mit der NWZ.

Zunächst besuchte Enno kleine Stüve die Realschule Garrel, ging aber vorzeitig ab und wechselte mit dem Hauptschulabschluss zur einjährigen Berufsfachschule an die Berufsbildenden Schulen Technik nach Cloppenburg – der Vorteil: diese wird als erstes Lehrjahr angerechnet. Daran schloss sich eine zweijährige Maurerausbildung an.

Zu seiner Ausbildungsstelle hatte er es nicht weit, die absolvierte er im Betrieb seines Vaters Manfred kleine Stüve. Der ist gemeinsam mit Dieter kleine Stüve Geschäftsführer des Bauunternehmens, in zweiter Generation mit 55-jähriger Tradition. Spezialisiert ist man auf Eigentumswohnanlagen. Die stehen im Landkreis Cloppenburg, der Stadt Oldenburg oder in Bad Zwischenahn. Fünf Maurer sind beschäftigt, dazu zwei Hilfsarbeiter und eine Sekretärin.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Derzeit brummt es im Baugewerbe. „Unsere Wohnungen sind teilweise schon weg, bevor wir überhaupt angefangen haben zu bauen“, berichtet der Nachwuchs-Handwerker.

Die Ausbildung sei „sehr abwechslungsreich“ gewesen. Einblicke erhielt Enno kleine Stüve neben seiner Maurertätigkeit auch in die Arbeit von Fensterbauern, Klempnern, Elektrikern oder Fliesenlegern. Die Entscheidung, nach dem Ende der Ausbildung direkt die Meisterschule in Münster beim Handwerksbildungszentrum von Oktober 2015 bis April 2016 zu besuchen, fiel schnell – „ich war noch im Lern-Modus“. Sein Vater habe ihn in der Entscheidung unterstützt.

Mit einem CAD-Programm Grundrisse zeichnen, ein Mauerstück errichten – beides wurde in den Abschlussprüfungen verlangt. Der Bereich Statik sei ihm schon schwer gefallen – „das war schon kniffelig“. In Oldenburg büffelte er im Anschluss Betriebswirtschaft und für den Ausbilderschein bei der Handwerkskammer. Das ging ihm leichter von der Hand, berichtet der junge Mann.

Ein Büro im Gebäude des Bauunternehmens ist bereits für Enno kleine Stüve eingerichtet. Aber täglich arbeitet er als Maurer auf den Baustellen. „Ich kann diesen Weg anderen Handwerkern in meinem Alter nur empfehlen“, sagt Enno kleine Stüve. Zur finanziellen Unterstützung können Fördermittel beantragt werden.   Dass Handwerker in diesen frühen Jahren bereits Meister werden können, ist erst seit 2004 möglich. Vorher waren Gesellenjahre notwendig.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.