Friesoythe /Berlin Ein junger Patient mit geistiger Behinderung wird mit einer Verletzung ins Krankenhaus aufgenommen. Er lebt seit vielen Jahren in einer stationären Wohneinrichtung der Behindertenhilfe. In der fremden Umgebung ist er stark verunsichert und ängstlich – ein Fallbeispiel, das häufig vorkomme, berichtet Mechthild Schade.

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Um diesen Menschen die Ängste zu nehmen, hat die Pflegedienstleiterin des St.-Marienhospitals in Friesoythe gemeinsam mit Tanja Zielinski vom Caritasverein Altenoythe hauptverantwortlich das Projekt „Verbesserung der Versorgung und Situation von Menschen mit geistigen Behinderungen vor, während und nach dem Krankenhausaufenthalt“ ins Leben gerufen. Für das Projekt erhielt das St.-Marienhospital am Mittwoch den Sozialpreis des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschlands (KKVD).

Mechthild Schade und Tanja Zielinski reisten gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Marienhospitals, Bernd Wessels, Kerstin Thien, die sich als Vertrauensperson um die geistig behinderten Patienten kümmert, sowie Gertrud Hanenkamp vom Landescaritasverband nach Berlin. Dort überreichte ihnen Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, während einer KKVD-Fachtagung den Preis.

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Der Sozialpreis ist ausgeschrieben für katholische Krankenhäuser, die vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und knapper werdender Ressourcen Konzepte entwickeln. Insgesamt 59 Initiativen hatten sich in diesem Jahr beworben.

„Mit dem Preis habe ich nicht gerechnet“, berichtet Mechthild Schade am Morgen nach der Preisverleihung. „Da waren so tolle Ideen dabei.“ Ihr liege das Projekt besonders am Herzen, betont die 55-Jährige, da ein Angehöriger selbst geistig behindert sei.

Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Das Geld soll laut Schade dem Projekt zugute kommen. „Es fließt in Sachdienstleistungen, genau haben wir das aber noch nicht festgelegt“, berichtet Schade.

Marienhospital und Caritas haben Verfahrensabläufe erarbeitet, die auf die Bedürfnisse geistig Behinderter eingehen. Kernziel sei es, Vertrauen zu schaffen und ihnen ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln, erläutert Schade. Dies könne schon mit einfachen Maßnahmen erreicht werden. Leicht verständliche Sprache gehöre beispielsweise dazu. Vor allem aber sei es wichtig, dass Pflegepersonal und Ärzte die Bedürfnisse des Patienten kennen. Dazu gehören gewohnte Tagesabläufe oder auch die Lieblingsmusik.

Das Konzept beschreibt daher als eine der wichtigsten Aufgaben einen ausführlichen Informationsaustausch zwischen der Vertrauensperson des Krankenhauses und den Bezugspersonen aus dem familiären Umfeld oder aus den Einrichtungen. Ein weiterer Punkt ist die wohnortnahe klinische Versorgung

„Unser Ziel ist es, so viele Krankenhäuser wie möglich auf das Projekt aufmerksam zu machen“, betont Mechthild Schade, „dadurch gewinnen alle – die Patienten und die Mitarbeiter.“

Während sich das Projekt-Team auf den Weg nach Berlin machte, begannen am Mittwoch einige Wandergesellen vor der Klinik mit der Montage des Treffpunktes „Begegnung“. Der Unterstand ist in den vergangenen Wochen im Rahmen des jährlichen Metallertreffens erstellt worden.

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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