EMSTEK Ein Bauer, der im Regelwerk der Bürokratie nicht mehr ein noch aus weiß, sowie ein Streit aus den Jahren 1771 bis 1777 zwischen „Tellerlickers“ und „Bräischlackers“ haben am Sonnabend zur Verhandlung auf dem Desum angestanden. Nahezu 350 Besucher und Aktive hatten sich eingefunden, um gemeinsam mit dem Gografen Josef Saalfeld Recht zu sprechen. Letzterer, ein emeritierter Pfarrer aus Löningen, hatte die aufgebrachten Streithähne aus dem Hasegau gleich mitgebracht. In diesem Jahr übernahmen die Heimatfreunde Löningen die Ausrichtung des historischen Rechtsstreits.

Ein Löninger rief: „Die Wachtumer sind ,Bräischlackers’, weil sie den ganzen Tag nur Brei zu essen kriegen. Da muss man ja verblöden.“ Darauf entgegnete ein Wachtumer, dass die Löninger „Tellerlickers“ seien, weil sie nicht zu beißen haben und deshalb den Teller blank lecken. „Wäcke sück nich satt äten kann, däi kann sück uck nich satt likken.“

Die in historischen Kostümen gekleideten Gruppen griffen den Streit um die Reparatur und Unterhaltung des Wachtumer Dammes auf. Seinerzeit konnte sich die Bauernschaft Wachtum nicht mit dem Kirchspiel Löningen über den Unterhalt des Dammes einigen. Nach wüsten Beschimpfungen der unversöhnlichen Parteien ergriffen zwei Vertreter der beteiligten Ämter das Wort und trafen mit ihrem Vorschlag, die Radde als Grenze zu nehmen, ein salomonisches Urteil.

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Der aktuelle Fall sorgte ebenfalls für Lacher unter dem Regenschirm. Mit Hilfe von zwei Hüten machte der Emsteker Landwirt Alfred Vorwerk auf eine Kuriosität beim Mais- und Gülletransport auf seinem Hof aufmerksam. Bringt er mit seinem Traktor den Mais für sein Vieh auf den Hof, ist die bürokratische Welt noch in Ordnung, und der Führerschein reicht für den Trecker aus. Bringt er jedoch den Mais auf seinen Hof, um ihn in der Biogasanlage einzusetzen, gibt es Ärger mit der Polizei. Denn für gewerbliche Transporte wird ein Lkw-Führerschein benötigt.

Diese Schwierigkeiten habe er – so Vorwerk – durch einen Vertrag mit sich selbst gelöst. Das Problem der Nachbarschaftshilfe bei der Ernte könne er allerdings nicht so einfach lösen. Die Gerichtspflichtigen empfahlen in diesem Fall, dass der Bauer seine landwirtschaftlichen Fahrzeuge weiterhin für die Biogasanlage benutzen darf, da kein dauerhaftes Transportgewerbe vorliege und das Betreiben der Anlage nichts mit dem Güterkraftverkehr zu tun habe. Daher sei auch kein Lkw-Führerschein für den Trecker nötig.

Saalfeld wies unterdessen darauf hin, dass zurzeit des Gogerichts bereits demokratische Formen geprägt worden seien und bedankte sich bei der „Interessengemeinschaft Altes Gogericht auf dem Desum“ an das Erinnern an die Vorfahren, die an dieser Stelle sich schon für Recht und Gerechtigkeit eingesetzt hätten.

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