Löningen Fast 20 000 Besucher hat die Tierschau Oldenburger Münsterland (TOM) am Wochenende nach Löningen gelockt. Und das in einer Zeit, in der in manchen Dörfern Jahr für Jahr jeder zehnte Bauer seinen Hof aufgibt und in der Kinder in einigen Landstrichen gar keine Kuh mehr sehen können.

Zur TOM in Löningen waren auch auswärtige Milchbauern geladen. Aus der Wesermarsch, aus dem Oldenburger und Osnabrücker Land und der Grafschaft kam auch der ein oder andere Züchter. Das Emsland war gut vertreten; Aselage liegt mit sehr erfolgreichen Betrieben, die im Hahnenmoor keine Alternative haben, um die Ecke. Gerade die Betriebe an einer Linie von Wulfenau (mit dem 270-Kuh-Betrieb Brüning) bis Flechum (mit dem 500-Kuh-Betrieb Cordes) haben trotz der Milchpreiskrise in den vergangene Jahren mächtig aufgestockt.

Die einheimischen Betrieben lassen sich halt an zwei Händen abzählen. Es sind immer die gleichen: Batke aus Visbek, Hatke aus Bösel, Wreesmann-Grever aus Schnelten, Vorwerk aus Cloppenburg und die Meyers – aus Damme bzw. aus den Friesoyther Stadtteilen Schwaneburg mit zehn Kühen oder Pehmertange. Dazu kommen der Herbergener Erfolgsstall Wille mit gleich 20 Kühen und Lingemann aus Bunnen mit acht der 170 Kühe. 120 Kühe wurden in Löningen in den Ring gezogen – in Wüsting waren es kürzlich nur 50 gewesen.

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Das Gelände im Schatten der Löninger Pfarrkirche und direkt an der Hase zwischen einem Hasealtarm und dem Münzebrocker Merschgraben ist bestens geeignet. Schon früh am Samstagmorgen strömen die ersten Besucher. Am späten Nachmittag sind es schon 8000. Als die Siegerehrungen am Ring beendet sind und die „Hauptdarsteller“ einer Tierschau, die Kühe, endlich gemolken werden und die Reise in die heimischen Ställe antreten, werden nicht etwa die Parkplätze nicht leerer, sondern begehrter. Es kommen mehr Gäste als sich verabschieden.

Der Blick übers riesige Gelände mit 100 Ausstellern, einem gut bestückten Gewerbezelt und zahlreichen Präsentationen zeigte, dass die Kühe, Pferde, Fleischrinder, Kaninchen, Schafe und Rassegeflügel eher fast schon eine Nebenrolle spielen.

Der Streit am Ring um die richtige Bewertung der Fundamente und der Euter der Kühe gehört der Vergangenheit an. Nur gut ein Dutzend Experten schauten dem Preisrichter Nico Nosbisck aus dem rheinland-pfälzischen Niederweiß über die Schultern. „Die gezeigten Kühe hatten Bundeschampionat-Qualität“, meinte der. „Das hier war wahrlich beim Blick auf die Kühe keine Regionalschau.“ Der Richter lobte die „überragende Qualität“ trotz der extrem hohen Milchleistung und die „topgepflegten alten Kühe“.

Auch die Züchter waren zufrieden. „Anders als bei anderen Tierschauen können wir unsere Kosten decken“, meint Hendrik Wille. Er musste auf der Tierschau immerhin zehn Mitarbeiter einsetzen.

Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer, hatte den Bauern empfohlen, trotz des fehlenden Nachwuchses, der niedrigen Preise, der ständigen Anklage und der sich häufenden „Regulatorik“ Optimist zu bleiben. Familienbetriebe müssten auch in einer Region, in der die Landwirtschaft 40 Prozent der Wertschöpfung erbringe, flexibel sein.

Löningens Bürgermeister Marcus Willen lobte die Vielfalt trotz der Verunsicherung durch die drastischen Preisreduzierungen. Die Landwirte trügen zur Imagepflege des ländlichen Raumes bei und hätten Investitionssicherheit verdient.

Bestens zufrieden war Jan Bischoff, der TOM-Vorsitzende. „Wir sind sehr zufrieden und danken den Züchtern und den Ausstellern.“

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