Landkreis Cloppenburg 10 264 Einwohner des Landkreis Cloppenburg haben bei der Europawahl im Mai ihr Kreuz bei den Grünen gesetzt. In Cloppenburg sind schon Hunderte Jugendliche bei den „Fridays For Future“-Demos durch die Straßen gezogen. Man könnte meinen, dass sich die Einwohner auf „grünen Wegen“ befinden und ihnen der Umweltschutz wichtig ist. Doch ein Blick in die Autostatistik des Kraftfahrtbundesamtes zeigt, dass der Umweltschutz noch nicht zum Umdenken bei der Mobilität geführt hat.

Genau 98 322 Personenkraftwagen (Pkw) waren zum 1. Januar 2019 im Landkreis Cloppenburg zugelassen – die Anzahl der Autos steigt seit Jahren, wie die Grafik zeigt. Die Mehrheit der Pkw wird mit Benzin angetrieben (49 920), ein Dieselmotor war in 46 559 Autos verbaut. Und nur 83 Elektroautos waren zum 1. Januar zugelassen. Dem gegenüber stehen 965 Autos der Klassifizierung Euro 1, 7119 Autos Euro 2, 9448 Autos Euro 3, mit 31 226 Autos stellt Euro 4 die größte Gruppe dar. Mit Schadstoffklasse 5 sind 29 167 Autos unterwegs, die „sauberste“ Klasse Euro 6 haben hingegen nur 18 518 Autos im Landkreis.

Von „keineswegs zufriedenstellenden“ Zahlen spricht Landrat Johann Wimberg (CDU) angesichts der E-Autos. „Leider sind Fahrzeuge mit Elektroantrieb in der Regel noch deutlich teurer in der Anschaffung, als Autos mit Verbrennungsmotor.“ Wimberg fordert die Industrie deswegen auf, attraktive Angebote zu schaffen, damit die Menschen auf die alternative Mobilität umsteigen. Hinzu komme die Frage, welche Reichweite diese Fahrzeuge haben – und ob die Lade-Infrastruktur in der Fläche stimmt, damit die Autos auch unterwegs geladen werden könnten.

„Der Landkreis Cloppenburg hat hier als Vorreiter einen guten Anfang gemacht, aber auch hier muss die Entwicklung sicherlich noch weiter gehen, ohne dass dies nur ein Thema für den Landkreis und seine Städte und Gemeinden ist“, sagt Wimberg. 2016 habe der Landkreis ein eigenes Förderprogramm für die Lade-Infrastruktur aufgelegt. Das Angebot haben laut Wimberg zwölf Städte und Gemeinden angenommen, so konnte mit 16 neuen Ladesäulen eine „nahezu flächendeckende Lade-Infrastruktur im Landkreis Cloppenburg“ aufgebaut werden, so der Landrat.

Hinzu kommen Elektrotankstellen bei Firmen und Autohäusern – wie beispielsweise bei der EWE in Cloppenburg (Emsteker Straße), beim Autohaus Südbeck (Daimlerstraße), beim Autohaus Stiegeler (Max-Planck-Straße) oder beim Autohaus Walkenhorst (Nicolaus-Otto-Straße/Emstekerfeld). Wenn die Zulassungszahlen für Elektroautos weiter steigen sollten, müsste die Lade-Infrastruktur noch weiter ausgebaut werden, blickt der Landrat nach vorne.

Und wie stellt sich der Landkreis selbst auf alternative Mobilität um? „Der Landkreis Cloppenburg hat drei reine Elektrofahrzeuge im Bestand des Fuhrparks. Diese Autos werden auch intensiv genutzt und wir haben damit für die Erreichbarkeit der Ziele innerhalb des Landkreises auch gute Erfahrungen gemacht“, so Wimberg. Drei Autos mit Verbrennungsmotor sollen in diesem Jahr durch drei E-Autos ersetzt werden. Außerdem sind im Fuhrpark drei Hybrid-Autos. Hier scheinen die Erfahrungen nicht ganz so positiv: „Zwei Hybrid-Fahrzeuge haben wir im letzten Jahr wieder abgeschafft, weil sie sich nicht bewährt hatten und die Umweltbilanz negativ ausgefallen war.“

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Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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