Cloppenburg /Addrup „Der Gesetzgeber sollte für Unternehmen die Möglichkeit schaffen, für zehn oder 20 Prozent der Lohnsumme Leiharbeiter einzustellen, um rentabel zu produzieren.“ Das hat Stefan Wernsing, Geschäftsführer der Firma Feinkost Wernsing in Essen-Addrup, am Freitagmittag Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bei einem Firmenbesuch vorgeschlagen. So ließen sich saisonale Arbeitsspitzen ausgleichen. Dafür sei die Beschäftigung von Leiharbeitern schließlich vom Grundsatz her gedacht. Zudem müsse beim Thema Mindestlohn sichergestellt werden, dass dieses Geld auch bei den Leuten ankomme und nicht im Vorfeld für Fahrtkosten, Werkzeug, Arbeitskleidung oder ähnliches abkassiert werde.

Unternehmenssteckbrief

Im Gegenzug bot Weil seine Hilfe an: „Wenn Sie nicht wissen, an wen Sie sich in Hannover wenden sollen, schreiben Sie mir. Ich leite die Angelegenheit an die zuständigen Stellen weiter.“

Auf seiner Niedersachsentour hatte der Landesvater bei dem Pommes- und Salateproduzenten, den er „bisher nur von seinen Produkten her kannte“, Station gemacht. Zunächst stellten Wernsing und Mit-Geschäftsführer Andreas Sostmann das vor 55 Jahren gegründete und in sieben Ländern präsente 3500 Mitarbeiter-Unternehmen vor. 1100 davon sind am Stammsitz Addrup beschäftigt. 2016 wurde erstmals die Umsatz-Marke von einer Milliarde Euro geknackt. Nach eigenen Angaben gehört die Firma, die neben Kartoffelspezialitäten eine breite Produktpalette anbietet, zu den Top-Vier der deutschen Pommes-frites-Hersteller.

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In einer Diskussion, an der auch die SPD-Landtagsabgeordnete Renate Geuter (Friesoythe), Stefan Riesenbeck, Landtagskandidat der Genossen für den Wahlbezirk Cloppenburg-Süd, und der SPD- Kreisvorsitzende Detlef Kolde teilnahmen, stellte der Ministerpräsident die Frage, wie es um die Nachwuchssicherung bestellt sei. Sostmann sprach von „einer großen Herausforderung“. Er betonte: „Wir müssen uns attraktiv zeigen.“ Das geschehe etwa durch die Präsenz auf Ausbildungsmessen oder auch finanzielle Sonderleistungen für Auszubildende.

Strom und Rohstoffe

Kritik übte Wernsing an Plänen zur Trassenführung einer 380 kv-Höchstspannungsleitung von Conneforde nach Merzen. Nach dem derzeitigen Stand führe sie über das Betriebsgelände. Darin sieht er eine Beeinträchtigung des Unternehmens. Ein Dorn im Auge seien ihm auch die hohen Pachtpreise für Ackerflächen im hiesigen Raum. Das führe zu international nur schwer konkurrenzfähigen Preisen für die Rohware Kartoffel. Davon brauche die Firma jährlich 450 000 Tonnen.

Übrigens: Auch ein Landesvater kann nicht alles wissen: „Da haben Sie mich kalt erwischt. Das Wort Resterdeentsorgung sagt mir absolut nichts“, räumte Weil ein, als es um die fachgerechte Entsorgung dieses Überbleibsels beim Waschen von Kartoffeln – bei Wernsing jährlich 8000 Tonnen – ging.

Vormittags hatte Weil die Cloppenburger Förderschule St. Vincenzhaus besucht. Dort informierte er sich über ein Modell, wie Kinder mit und ohne Förderbedarf mehr Gemeinsamkeit im Schulalltag erleben können.

Christoph Floren Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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