Cloppenburg Ein städtebaulicher Paukenschlag bahnt sich in der Cloppenburger Innenstadt an. Die Landessparkasse zu Oldenburg plant, ihre Regionaldirektion Cloppenburg von der Stadtmitte an die Soestenstraße auf das so genannte „Media-Markt-Grundstück“ zu verlegen, wo noch neu gebaut werden müsste. Das ist das Ergebnis einer Presserunde, an der am Montag im Rathaus Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU), Volker Raker (Cloppenburger LzO-Regionaldirektor für das Privatkundengeschäft), Bernard Looschen (LzO-Direktor im Bereich Organisation/Oldenburg) und Wolfgang Grieshop (Geschäftsführer des Vechtaer Investors Genos, dem das Grundstück gehört) teilnahmen. Die Gespräche stünden ganz am Anfang, betonten alle Beteiligten.

Neue LzO-Zentrale

Wie berichtet, wollte die Genos an der Soestenstraße ursprünglich eine Filiale für die Elektronikkette Media Markt bauen. Nachdem diese Mitte Oktober 2015 den Mietvertrag gekündigt hatte, wurde der Bebauungsplan noch einmal ausgeweitet. Nun sollten der Textilfachmarkt Adler auf 1600 Quadratmetern und ein Elektrofachmarkt auf 800 Quadratmetern an der Soestenstraße eine neue Heimat finden. Doch auch dieses Projekt zerschlug sich, weil Adler im Oktober 2016 „aus konjunkturellen Gründen“ absagte und ein Elektrofachmarkt nicht gefunden wurde.

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Nun soll es also die LzO richten. Die Gründe für einen möglichen Umzug liegen auf der Hand: Die Sparkasse mit Hauptsitz in Oldenburg steht vor einer umfangreichen Umstrukturierung ihres Privat- und Geschäftskundengeschäfts. Wegen der sehr guten wirtschaftlichen Lage in Südoldenburg mit prosperierenden Unternehmen, vor allem in der Lebensmittelbranche, würden – so Looschen – mehr LzO-Firmenkundenberater auch nach Cloppenburg kommen. Ergo braucht die LzO mehr Platz, auch wenn sie an ihrem jetzigen Standort in der Stadtmitte gerade erst die Räume ihres ehemaligen Mieters Norbert Meyer (Rechtsanwalt) übernommen hat und diese in Kürze bezugsbereit sein sollen. Zudem sei das Gebäude an der Stadtmitte in die Jahre gekommen. Eine so große Schalterhalle brauche heute niemand mehr.

Auch Cloppenburg – so Wiese – würde von dem Projekt profitieren. In einer Top-Innenstadt-Lage könnten im LzO-Erdgeschoss neue attraktive Cityangebote entwickelt werden – beispielsweise Cafés und Restaurants, aber auch weitere Geschäfte. Wiese hofft, eine erneute Änderung des Bebauungsplans dem Stadtrat schmackhaft machen zu können, denn ohne dessen Zustimmung geht nichts.

Von der geplanten Ansiedlung eines Elektrofachmarkts in Cloppenburg – wie im Einzelhandelsgutachten von 2006 gefordert – war am Montag indes keine Rede mehr. „Jetzt haben wir 2017. Der Handel hat sich extrem gewandelt“, kommentierte Genos-Geschäftsführer Grieshop die immer weitergehende Verlagerung des Elektronikartikelgeschäfts ins Internet.

Ob die LzO das Grundstück von der Genos kauft und selbst baut oder sich das Gebäude von dem Vechtaer Unternehmen bauen lässt – all das müsse noch geklärt werden. Falls man sich einig wird, steht die Frage im Raum, ob die LzO ihr Gebäude in der Stadtmitte behalten und selbst weiterentwickeln oder es verkaufen will.

Doch es tut sich in der Innenstadt noch viel mehr...

Höne plant neues Lokal

...Bernd Höne, seit zehn Jahren Inhaber von Hotel Schäfers, Schäfers Bistro und dem Restaurant Margaux an der Langen Straße 66, wird Anfang/Mitte April ein 65 Quadratmeter großes Lokal schräg gegenüber an der Langen Straße 69 in einem Teil der ehemaligen Marktapotheke eröffnen. Neben Getränken wie Wein und Gin (auch im Außer-Haus-Verkauf) gibt es Snacks wie Sauerteigbrot mit diversen Aufstrichen, Suppen, Pasta, die Sansibar Currywurst, Antipasti sowie Burrata und Tomate. „Alles unter zehn Euro“, sagte Höne am Montag. Zudem wird es auch Bio sowie vegane und vegetarische Speisen geben. Zudem setzt der Gastronom auf eine Außenbestuhlung auf dem Platz am Eberborgbrunnen.

 Phonehouse zieht um

Den anderen Teil der ehemaligen Marktapotheke übernimmt der Eigentümer des gesamten Ladenlokals, Yilmaz Mutlu. Er wird dort zum 1. Februar mit seinem Handy-Laden „Phone House“ einziehen, der zurzeit sein Domizil an der Langen Straße 41 hat.

Arko Kaffee kommt

Die dann dort vakante Fläche, die der Cloppenburger Familie von Hammel gehört, wird nahtlos von der Arko GmbH gemietet. Die Gesellschaft mit Hauptsitz in Wahlstedt (Schleswig-Holstein) ist eine Gründung der Kaffeehändlerfamilie Rothfos. Sie vertreibt über circa 230 Filialen sowie 3500 Depots in Supermärkten und Bäckereien bundesweit Kaffee und Confiserie-Artikel, wie Pralinen, Trüffel, Edel-Schokoladen, Gebäck und Süßwaren. „Arko kommt zum 1. Februar“, bestätigte Carsten von Hammel im Namen der Eigentümerfamilie der NWZ.

Gaststätte Wienken

Derweil steht noch nicht fest, was die Katholische Kirchengemeinde St. Andreas mit dem Gebäude der ehemaligen Bauernschänke Wienken an der Löninger Straße 4 vorhat. Es stehe lediglich fest, dass die Kirchengemeinde das Gebäude (das unmittelbar vor der St.-Andreas-Kirche liegt) abreißen werde, erklärte Pfarrer Bernd Strickmann am Montag auf NWZ -Nachfrage. Gerüchte, nach denen dort ein neues Pfarrzentrum errichtet werden soll, dementierte Strickmann. Es gebe noch nicht einmal eine Genehmigung, geschweige denn einen Termin für einen Abriss, zumal die frühere Besitzerfamilie Wienken nach wie vor noch im Obergeschoss wohne. Was auf der Fläche geschehe, werde rechtsverbindlich vom Kirchenausschuss (KA) beschlossen. Zudem gebe es einen „Arbeitskreis Wienken“, dem neben dem KA Vertreter des Offizialats und des Immobilienausschusses angehörten. Darüber hinaus werde die Kirche – so Strickmann weiter – dort auch keine Gastronomie beispielsweise für Beerdigungskaffees eröffnen. „Wir werden uns in keine Konkurrenz zu gewerblichen Unternehmen begeben.“ Bekanntlich waren in der Ende Februar schließenden Bauernschänke Wienken jahrzehntelang viele Beerdigungskaffees abgehalten worden.

Biosupermarkt Denn’s

Cloppenburg erhält seinen ersten Bio-Supermarkt. In Kürze eröffnet „Denn’s Biomarkt“, ein Tochterunternehmen der Dennree-Gruppe mit Hauptsitz in Töpen (Oberfranken), eine Filiale an der Emsteker Straße 34. Am Montag waren Handwerker damit beschäftigt, den Boden des zurzeit leerstehenden Ladenlokals zu erneuern. Die Dennree-Gruppe, die aus dem Bio-Großhändler Dennree (französisch denrée für Grundnahrungsmittel) und dem Einzelhandel „Denn’s Biomarkt“ besteht, machte 2015 mit 4600 Mitarbeitern 820 Millionen Euro Umsatz. „Denn’s“ übernimmt die ehemalige Fläche von KiK. Der Textil-Discounter war im vergangenen Jahr in das danebenliegende größere Ladenlokal gezogen, das der ABC-Schuhmarkt aufgegeben hatte.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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