BöSEL BÖSEL/TH - Der Ausschuss Wirtschaft, Umwelt, Planung, Bau und Verkehr des Böseler Rates hat in seiner Sitzung am Montagabend unter deutlichen Bedenken einen neuen Flächennutzungsplan für die Gemeinde empfohlen. Der vom Oldenburger Planungsbüro TOPOS erarbeitete Vorentwurf war in wesentlichen Punkten u. a. wegen Einwändungen des Landkreises nochmals überarbeitet worden.

Der neue „Masterplan“ für die künftige Entwicklung der Gemeinde Bösel mit dem Ortsteil Petersdorf, der noch zur Genehmigung dem Landkreis vorgelegt werden muss, wurde letztlich mit einigem Zeitdruck auf den Weg gebracht und hat für die Ausschussmitglieder im wahrsten Sinne des Wortes einige wenig erfreuliche Ecken und Kanten. Denn sollte der Plan nicht vor dem 20. Juni in Kraft sein, müssten neue Richtlinien der Europäischen Union angewendet werden, die u. a. aufwändige Umweltverträglichkeitsprüfungen vorsehen. Planungen davor können noch nach altem Recht abgewickelt werden.

Nicht zuletzt der Zeitdruck hat zu einem Flächennutzungsplan geführt, dem die Ausschussmitglieder nur zähneknirschend zustimmten. Denn die ursprünglich im Plan vorgesehene Erweiterung der Wohnbebauung in einer Größenordnung von rund 150 Hektar wurde auf Intervention des Landkreises eingedampft auf rund 70 Hektar. Die Gründe dafür sind ein verkürzter Planungszeitraum auf 15 statt ursprünglich 25 Jahre, ein vom Landkreis deutlich niedriger eingeschätzter Bedarf sowie die besondere Lage Bösels, das von vielen schutzwürdigen Bereichen und Landschaftsschutzgebieten umgeben ist. Hinzu kommt ein wachsender Interessenskonflikt zwischen Landwirtschaft und Wohnbebauung.

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Im Ergebnis wird es deutlich mehr neue Wohngrundstücke im Bereich Petersdorf geben als in Bösel selbst, wie CDU-Ratsherr Gerd Raker kritisierte. Und Martin Meinerling (FDP) wies darauf hin, dass durch die extreme Kürzung der Wohnraumflächen durch die Genehmigungsbehörde Baugrundstücke deutlich teurer werden würden. „Wenn die paar restlichen Flächen im Besitz von gerade mal drei Anbietern sind, kann man sich vorstellen, was das für die Preise bedeutet“, sagte Meinerling. Er bezeichnete außerdem die Prognosen des Landkreises für den künftigen Bedarf an Gewerbeflächen als „reine Kaffeesatzleserei“.

Gemeindedirektor Bernd Hackstedt wies darauf hin, dass es auch später kaum zu Engpässen kommen werde. Auch der Flächennutzungsplan könne ja bei geändertem Bedarf auch später noch angepasst werden.

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