Kreis Cloppenburg Die Tische sind mit weißen Tischdecken, Geschirr, Tellern und Blumen eingedeckt. Der frische Salat ist besorgt, das Rindersteak wartet auf seine Zubereitung, und die Suppe ist angesetzt. Auch die Restaurant-Mitarbeiter stehen bereit. Und dann kommt bei der Tischreservierung Meyer ein Gast weniger, Frau Neumann hat zwei Stunden vorher noch drei Personen von den reservierten 15 Leuten als krank abgemeldet und auch an den reservierten Tischen für Schmidt, Holthaus und Wilke fehlt jeweils eine Person. Fiktive Namen – aber wahre Begebenheiten.

Sieben Personen weniger schlagen so im Restaurant auf – siebenmal zu viel eingekauft. Siebenmal zu viel eingedeckt und sieben potenzielle Gäste – denen abgesagt wurde, weil das Restaurant eigentlich ausgebucht war – verloren.

Genau das ist Alltag in den Restaurants auch im Landkreis Cloppenburg. Auf diese Problematik hat der Vorstand des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) im Landkreis Cloppenburg am Montagmorgen bei einem Pressetermin im Cloppenburger Restaurant Fleming hingewiesen.

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„Schon seit etwa zwei Jahren haben wir Bauschmerzen bei dem Thema. Wir wollen die Bevölkerung wachrütteln“, sagt Klaus Fleming, 1. Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Landkreis Cloppenburg. Vielen Gästen sei gar nicht bewusst, wie gravierend es ist, wenn weniger Gäste kommen, als eigentlich angemeldet wurden, sagen die Gastronomen.

„Die Kleinigkeiten summieren sich“, erläutert Yvonne Fleming. Das beginnt beim Einkauf und Lebensmitteln, die weggeschmissen werden müssen, wenn beim Buffetessen an jedem Tisch plötzlich ein oder zwei Leute fehlen. Das geht weiter mit der Tischdecke und den gedeckten Plätzen, wenn bei einer größeren Gruppe auf einmal ein ganzer Tisch leer bleibt. Diese Plätze hätten anderweitig vergeben werden können. Und das geht bis zu den Bedienungen, von denen ein Kellner eigentlich „über“ ist, weil auch zwei Kollegen an dem Abend genug gewesen wären.

„Sie glauben gar nicht, wie häufig Durchfall grassiert“, beschwert sich Rainer Haberland vom Haus Maria Rast in Bethen augenzwinkernd, der auch einräumt, dass solche Zwischenfälle tatsächlich passieren können. Dann würden sich aber alle anwesenden Gastronomen wünschen, dass bei Reservierungen für das Essen à la carte mindestens ein Tag vorher die Gästezahl korrigiert wird.

Bei allen anderen Anlässen wie z.B. an Weihnachten, zu Aktion-Veranstaltungen wie den Wildwochen, Spargel- oder Grünkohlbuffets wäre eine Abmeldung der kranken oder verhinderten Personen eine Woche vorher wünschenswert. „Ich brauche bei bestellten Essen einige Tage vorher die genaue Anzahl, dann muss ich die Ware bestellen und kann das auch nicht mehr kurzfristig ändern. Diese Anzahl muss ich dann auch in Rechnung stellen. Das angebotene Essen darf nicht wiederverkauft werden“, sagt Yvonne Fleming.

Auch Gastronomen wie Haberland gehen schon dazu über, dass die Gäste die Reservierungen wie bei den Frühstücksbuffets zahlen müssen – unabhängig davon, ob die Personen da waren. „Der Wirt guckt immer in die Röhre, das geht einfach nicht“, sagt Richard Hochartz vom Gasthof „Zum Dorfkrug“ aus Dwergte. „Wir müssen auf Verständnis hoffen“, ergänzt Werner Lüdeke-Dalinghaus vom gleichnamigen Gasthof in Böen.

Wenn sich die Situation nicht bessere, müssten andere Maßnahmen greifen. Vorverkauf mit Überweisungen vor Events wie den Grünkohlpartys sind eine Idee. „Wenn wir keinen Schlussstrich ziehen, müssen wir die Restaurantpreise erhöhen, damit die Kosten der ausgefallenen Personen wieder aufgefangen werden“, kommentiert Yvonne Fleming den letzten Schritt.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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