CLOPPENBURG In ihrem Bemühen um eine Rehabilitierung des ehemaligen Dechanten von St. Andreas, Alfons Kühling, hat die Initiative „Faire christliche Kirche“ jetzt neue Vorwürfe gegen das Offizialat und den noch bis zum 14. Oktober für Cloppenburg zuständigen Kühling-Nachfolger Hartmut Niehues erhoben. „Wenn die Kirchenleitung in Vechta Mitglieder von Laiengremien dazu drängt, ihren eigenen Pfarrer vor Gericht zu bringen, wenn sie ein deutlich wahrnehmbares feindseliges Verhalten gegenüber einzelnen Geistlichen an den Tag legt und manche davon offensichtlich verleumdet und schikaniert, wenn sie im Urteil vieler Mitchristen dem Geld und der Macht mehr Gewicht beizumessen scheint als der Glaubensverkündung, wenn sie die skandalöse Gleichbehandlung von Kinderschändung und Vorschriftenübertretung als Ausdruck von Gerechtigkeit ansieht, dann spaltet eine solche Kirchenleitung die Gemeinden“, schreiben die Initiativen-Köpfe Paul Froesch und Heinrich Havermann.

Von den 305 000 Euro, die Kühling nach Meinung des Landgerichts an den zuständigen Gremien vorbei unzulässig ausgegeben hat, seien nachweislich 146 065 Euro aus Beerdigungskollekten an die Mission in Afrika, Indien und Korsika geflossen. Dass Beerdigungskollektengelder für Missionszwecke verwendet werden sollten, sei ein Beschluss des Kirchenausschusses gewesen, so die Initiative.

Weiterhin sind nach Angaben der Initiative folgende Gelder geflossen: 26 906 Euro für die Renovierung der Pfarrwohnung Heilig Kreuz in Stapelfeld, weil die Kirchenleitung diese Kosten nicht habe übernehmen wollen; 36 420 Euro für den Haushaltsausgleich 2000 bis 2007 des Hauses Don Bosco für arbeitslose Jugendliche; 45 540 Euro für die Litauenhilfe; 50 200 Euro für das „Haus der Caritas“, „Haus Bethanien“ und die Nichtsesshaftenhilfe. „Die dargestellten Ausgaben als ,Schadensfall’ für die Gemeinde darzustellen, macht uns fassungslos“, schreibt die Initiative. All’ diese Gelder könne sich der Verwaltungsrat von St. Andreas nach dem Gerichtsurteil nun aus dem Privatvermögen des ehemaligen Pfarrers zurückholen, nur weil – so die Initiative – diesem „Formfehler“ nachgewiesen worden seien.

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Kurz nach seinem Dienstantritt in Cloppenburg habe sich Dechant Niehues „auffallend engagiert“ dafür eingesetzt, die vom Offizialat in Vechta „behaupteten Ansprüche“ der Kirchengemeinde gegen Kühling gerichtlich durchzusetzen. Drei Vertretern seines Pfarrgemeinderats habe der Dechant nach Angaben der Initiative gesagt: „Der ehemalige Pfarrer Kühling kooperiert nicht. Das gerichtliche Verfahren ist erforderlich. Anders werden wir nicht mit ihm fertig.“

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