Ramsloh /Scharrel Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Cloppenburg hat Bedenken gegen das Vorhaben der Gemeinde Saterland geäußert, bestehende gestalterische Festsetzungen zur Dach- und Farbgestaltung in Scharrel (Bebauungsplan „Ortsdurchfahrt/Holtesch“) aufzuheben.

Wie berichtet, möchte ein Grundstückseigentümer dort ein Einfamilienhaus im mediterranen Stil bauen. Doch in diesem Bereich gelten gestalterische Vorschriften. Die Untere Denkmalschutzbehörde kritisiert nun, dass Vorgaben geändert werden sollen, die in der Dorferneuerungsplanung mit breiter Bürgerbeteiligung für Scharrel erarbeitet worden seien. Diese seien erlassen worden, um ein regionaltypisches Ortsbild zu entwickeln. Zudem habe der Ort bei der Beteiligung am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ die Gestaltungssatzungen für den Ortskern Scharrel immer als wichtiges Merkmal betont, heißt es weiter von Seiten der Behörde.

Sogenannte „Toskanahäuser“ würden dem ursprünglich ortsgestalterisch sinnvollen Ziel, „ein einheitliches Erscheinungsbild der Bebauung zu sichern“, deutlich entgegensprechen. Sie seien eine Erfindung der schnelllebigen Lebensart, der seit den 1960er Jahren immer neue Baumoden in bundesdeutschen Wohnhausgebieten erfindet, heißt es weiter.

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Wie Sachbearbeiter Bernd Krone während der Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau und Umwelt am Dienstag im Rathaus Ramsloh sagte, habe sich Scharrel in den vergangenen 25 Jahren weiterentwickelt. Neue Gebäude seien entstanden, alte gewichen. Das gelte auch für den Ortskern. So erwähnte Krone zum Beispiel den modernen Erweiterungsbau der Raiffeisenbank Scharrel bei der Kirche. „Das ursprünglich landwirtschaftlich Geprägte ist nicht mehr da“, so Krone.

Und auch der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ habe sich weiterentwickelt. „Wir geben einen bestimmten Rahmen immer noch vor, wollen aber in neuen Baugebieten nicht mehr das gestalterische Konzept beibehalten“, sagte Krone. Eine Änderung sei angebracht, so dass sich junge Leute gestalterisch verwirklichen könnten. Sonst würden sie woanders bauen.

Denn wie auch Erster Gemeinderat Wilhelm Hellmann sagte, würden mittlerweile zunehmend neuere Bau- und Dachformen nachgefragt werden.

„Wir haben vor zehn Jahren im Ausschuss gesagt, wir wollen auch junge Familien hierherziehen“, sagte Gerd Dumstorff (CDU). Dies würde aber nicht gehen, wenn die Vorgaben beibehalten werden. „Beim Erweiterungsbau der Raiffeisenbank Scharrel hat es ja auch kein Problem gegeben“, merkte Ausschussvorsitzender Dr. Michael Steenken (CDU) an.

Wilfried Pörschke (CDU), der als Bürgervereinsvorsitzender in Scharrel auch in dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ involviert ist, sagte, dass die Bewertungskommission das Erscheinungsbild immer unterschiedlich bewerte. Je nach dem, wie sie zusammengesetzt sei. Gleiches gelte wohl auch für die Untere Naturschutzbehörde.

Einstimmig sprach sich der Ausschuss für den Satzungsbeschluss aus.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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