Klinikleitung stellt Anfang 2010 Bauantrag für Ärztezentrum

Anfang 2010 stellt die Klinikleitung des St.-Josefs-Hospitals den Bauantrag für ein neues Fachärztezentrum mit 14 Praxen auf dem Gelände des Krankenhauses. Das haben der Kuratoriumsvorsitzende Helmut Themann und der Verwaltungsleiter Michael gr. Hackmann am Dienstag nach dem vierstündigen Gespräch tags zuvor mit Vertretern der Bürgerinitiative „Rettet unser Krankenhaus“ bekannt gegeben. Außerdem – so Themann und gr. Hackmann weiter – gehe es um einen Ausbau der Gastroenterologie und der Geriatrie, die Neubesetzung der Viszeralchirurgie und um die Aufstellung eines neuen Magnetresonanztomographen (MRT), die für Mitte Februar vorgesehen sei. Die notwendigen Bauarbeiten dafür seien in vollem Gange.

Neben der Klinikleitung waren auch die Kuratoriumsmitglieder Franz Kampsen, Jürgen Werrelmann, Hartmut Niehues und Franz-Josef Moormann an dem Gespräch beteiligt. Krankenhaus-Pressesprecher Klaus Esslinger bezeichnete die Diskussion als „offen und kritisch.“ Themann und gr. Hackmann teilten außerdem mit, dass die Klinikleitung in 23 Gesprächsrunden mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Zukunftsfragen des Hospitals erörtert habe. Außerdem gebe es regelmäßigen Konferenzen mit den Chefärzten, der Pflegedienstleitung und der Mitarbeiter-Vertretung.cam

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Die Bürgerinitiative hatte sich eine Teilnahme des scheidenden Viszeralchirurgen Dr. Hendrik Faust gewünscht. Dies sei vom Kuratoriumschef abgelehnt worden.

Von Carsten Mensing

Cloppenburg Die Bürgerinitiative (BI) „Rettet unser Krankenhaus“ hat den Kuratoriumsvorsitzenden des Cloppenburger St.-Josefs-Hospitals, Helmut Themann, am Montag bei einem vierstündigen Gespräch mit der Klinikleitung zum Rücktritt aufgefordert. „Eine Neubesetzung könnte die Situation beruhigen“, so BI-Sprecher Heinz-Jürgen Grimme am Dienstag in einer Presseerklärung.

Externe Fachleute dabei

Die BI-Vertreter hatten sich für die Gespräche mit Themann, dem Verwaltungsleiter Michael gr. Hackmann und dem kompletten Kuratorium externe Hilfe geholt. Begleitet wurden sie von dem ehemaligen Verwaltungsleiter Gottfried Bohmann, dem Ex-Chefarzt Dr. Herms Hungerbühler, Dr. Martin Pohlmann vom Landescaritas-Verband und Burchard Schröder (Wirtschaftsprüfer und Steuerberater im Krankenhauswesen/Oldenburg).

Nicht dabei war – trotz des ausdrücklichen Wunsches der BI – Dr. Hendrik Faust. An dem Wechsel des Viszeralchirurgen nach Emden hatte sich Anfang Oktober die massive Kritik aus Politik und Bevölkerung an der Klinikleitung entzündet. Faust sei eine Teilnahme an dem Gespräch „durch die Kuratoriumsleitung“ verwehrt worden, so Grimme.

„Kommunikationsprobleme“

Überhaupt – so Grimme weiter – soll es am St.-Josefs-Hospital, trotz gegenteiliger Beteuerungen der Klinikleitung, „atmosphärische Störungen“ und „Kommunikationsprobleme“ geben. „Trotz vieler Besprechungen zwischen der Verwaltungsleitung und Ärzten scheinen bei den Mitarbeitern große Unsicherheiten zu bestehen“, glaubt Grimme.

Fokus auf Emstek/Vechta

Des weiteren habe sich bei der BI nach dem Gespräch der Eindruck verfestigt, dass sich die Klinikleitung zu sehr auf eine Kooperation bzw. engere Zusammenarbeit zwischen Cloppenburg und Vechta/Emstek fokussiere. Es seien auch auf Nachfrage keine Alternativen genannt worden. „Aus Sicht der Bürgerinitiative müsste aber doch zumindest am Anfang eines Sanierungsprozesses geprüft werden, inwiefern ein Ausbau des derzeitigen ,Papiertigers’ Corantis-Kliniken (dies ist ein Verbund hiesiger Kliniken, zu dem u.a. Vechta, Emstek, Cloppenburg, Löningen und Friesoythe gehören, Anm. d. Red.) gestärkt wird“, sagt Grimme.

Hier ließen sich durch einen zentralen Einkauf aller Waren und Verbrauchsgüter, eine zentrale Apotheke, zentrale Serviceleistungen und Austausch von ärztlichen Leistungen Synergieeffekte erzielen, „die heute jedes Krankenhaus für positive Ergebnisse dringend benötigt“. In diesem Zusammenhang müsse geprüft werden, „inwieweit ein Anschluss des Cloppenburger Krankenhauses an das katholische Franziskus-Hospital Münster sinnvoll“ sei.

Während – so Grimme weiter – auf der einen Seite stets betont werde, dass die Eigenständigkeit von Cloppenburg erhalten werden solle, stehe auf der anderen Seite ein „Glaubwürdigkeitsproblem“ von Helmut Themann – bedingt durch den in dessen Person liegenden Interessenkonflikt (Verwaltungsleiter in Vechta und Kuratoriumsvorsitzender in Cloppenburg). „Dieser Eindruck verstärkt sich dadurch, dass die Verwaltung des Cloppenburger Krankenhauses durch sechs Personen gestärkt worden ist, die zumindest auch im weitesten Sinne für das Krankenhaus Vechta tätig waren.“ Namen nannte Grimme in diesem Zusammenhang indes nicht.

An Themanns fachlicher Qualifikation – betonte Grimme – habe die BI keinen Zweifel. Die wirtschaftliche Situation sei von Themann und gr. Hackmann nachvollziehbar als schwierig dargestellt worden. „Es ist uns aber nicht klar geworden, wo das Krankenhaus bzw. dessen einzelne Abteilungen und Stationen im Jahre 2015 stehen sollen.“

Kritik an der Politik

Kritik äußerte Grimme auch am Bundestagsabgeordneten Franz-Josef Holzenkamp (CDU). „Wir würden uns wünschen, dass er sich nachdrücklich für die Interessen des Cloppenburger Krankenhauses einsetzt. Wir hatten ihm unsere Hilfe angeboten – aber ohne Resonanz.“

Last but not least kritisierte die BI den Weggang von zwei indischen Schwestern: „Diese waren das Synonym für den guten Ruf des Krankenhauses Cloppenburg. Hier wird auf dem Altar der ökonomischen Zahlen ein Leuchtturm des Hospitals aufgegeben“, so Grimme. Die beiden Schwestern – so Krankenhaus-Pressesprecher Klaus Esslinger – seien von ihrem Mutterhaus zum Aufbau eines Konvents nach Papenburg geschickt worden. Das Krankenhaus habe sie nicht weggeschickt. Außerdem seien drei noch da.

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