CLOPPENBURG Es gehört für einen Mittelständler schon eine gehörige Portion Unternehmergeist dazu, weltweit operierenden Großkonzernen Konkurrenz machen zu wollen. Die Fangmann Energy Services, die am Donnerstag und Freitag ihren neuen Standort Hohe Tannen 10 bis 14 in Emstekerfeld einem Fachpublikum vorstellte, versucht seit Anfang August zunächst einige Krümel desjenigen Kuchens zu erhaschen, den bislang die amerikanischen Konzerne Halliburton (106 000 Mitarbeiter, 13 Milliarden Dollar Umsatz) und Schlumberger (80 000 Beschäftigte, 23 Milliarden Dollar Umsatz) unter sich aufgeteilt haben. Es geht um die Zementierung und Stimulierung von Bohrlöchern – der technische Dienstleister Fangmann hilft damit bei der Förderung von Erdöl, Erdgas und Erdwärme.

Bei der Zementierung stützt ein individuell angemischter Spezialzement die Wände der Bohrung gegen die enormen Kräfte, die unter der Erde herrschen. Bei der Stimulation machen die Spezialisten von Fangmann stockende Förderungen wieder gangbar – beispielsweise wenn mit dem Bohr-Schmiermittel Gesteinsschichten eines Erdgasfeldes verstopft worden sind.

Apropos Verstopfen: Ist eine Erdgas- oder eine Erdölquelle versiegt, wird sie von Fangmann fachgerecht stillgelegt. Dies geschieht mit Hilfe von Zementstopfen, die bis zu sieben Kilometer tief in die Erde eingearbeitet werden.

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Dass bei solchen Tätigkeiten hoch komplexe Maschinen von qualifizierten Mitarbeitern bedient werden müssen, versteht sich von selbst. „Denn der Zement wird je nach Mixtur früher oder später hart. Das heißt, dass wir keinen Fehler machen dürfen. Wir haben in der Regel nur einen Versuch“, erläutert der geschäftsführende Gesellschafter Frank Fangmann, der gemeinsam mit seinem Bruder Meik den neuen Betriebszweig der Fangmann Unternehmensgruppe leitet.

Diese hat ihren Sitz im sachsen-anhaltinischen Salzwedel und liegt damit mitten im zweitgrößten Erdgasfeld Europas. Vor 17 Jahren hatte Seniorchef Helmut Fangmann den Betrieb von der Treuhand übernommen, 150 Mitarbeiter sind heute dort beschäftigt.

Die Maschinenbau-Spezialisten aus dem Osten haben im Übrigen auch einen großen Teil der „mobilen kleinen Fabrik“ gebaut, die die „Fangmänner“ aus Emstekerfeld manchmal äußerst kurzfristig mit ihren Spezialfahrzeugen an die Einsatzstellen in ganz Europa bringen. „Zeit ist Geld: Der Betrieb einer Ölbohrstelle kostet bis zu 20 000 Euro am Tag“, weiß Frank Fangmann. Mit einer Investition von mehr als einer Million Euro hat er in Emstekerfeld zehn neue Arbeitsplätze geschaffen – und das soll noch nicht das Ende sein.

Einen der wohl verantwortungsvollsten Jobs in der neuen Crew hat Chemiker Rolf Block – der Leiter des hauseigenen Fangmann-Labors blickt auf eine mehr als 30-jährige Berufserfahrung in der Herstellung von Spezialzementen zurück. So hat er kürzlich eine Mixtur ausgetüftelt, die zunächst durch die Kieselsteine eines Brunnens fließen musste und erst dann aushärten durfte. Mit Erfolg: Mittlerweile können die französischen Auftraggeber ihr Trinkwasser wieder frei von unerwünschten Zusätzen für ihre Kunden zapfen.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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