Garrel Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest könnte die nächste Tierseuche im Anmarsch sein. Die Gefahr der Geflügelgrippe sei hoch, warnen Virologen.

Garrel ist zweifelsohne Deutschlands Puten-Hochburg. Elf Millionen Puten werden in Deutschland gemästet; fast die Hälfte in Niedersachsen. 80 Prozent der 4,8 Mio. Puten sind schwergewichtige Hähne. Und zwei Drittel davon werden im Kreis Cloppenburg gehalten – die meisten rund um die Garreler Ortsteile Nikolausdorf und Beverbruch. In Garrel sind das 750 000 Puten, rund 500 000 stehen in Bösel.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) verweist auf eine neue Risikoeinschätzung. Hochpathogene Erreger des Subtyps H5N8 werden bei Wildvögeln und in Geflügelhaltungen seit Juli in Russland und Kasachstan nachgewiesen. In der niederländischen Provinz Utrecht wurden jetzt zwei Fälle bei Wildschwänen amtlich bestätigt. In den vergangenen Monaten kam es in Westrussland und Kasachstan zu Ausbrüchen von Wild- und Hausvögeln entlang der Herbstwanderungsroute für Wildwasservögel nach Europa.

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Ähnliche Ausbruchserien in der gleichen Region führten Anfang 2016 zu zahlreichen Geflügelpestfällen im Cloppenburger Nordkreis und im südlichen Landkreis Oldenburg. Die neuen Nachweise liegen auf Zugrouten von migrierenden Wildvögeln aus dem Brutgebiet in Sibirien nach Osteuropa. Da der Vogelzug in den nächsten Wochen seinen Höhepunkt erreichen wird, empfiehlt das FLI eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber Wildvogel-Totfunden und eine Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Geflügelhaltungen.

Das Cloppenburger Veterinäramt bittet die „Geflügelhalter in unserer geflügeldichten Region“, besondere Vorsicht walten zu lassen, um ein Seuchengeschehen wie in den Jahren 2008/2009 und 2016/2017 zu vermeiden. Dr. Hermann Seelhorst, stellvertretender Leiter des größten Veterinäramtes in Deutschland, sagt: „Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehört die Überprüfung der Biosicherheit in den Betrieben, aber auch die Früherkennung durch labordiagnostische Abklärungsuntersuchungen, wenn Geflügel erkrankt ist oder die täglichen Verluste ansteigen.“

Ein kurzer Rückblick: Als sich am ersten Weihnachtstag 2016 bestätigte, dass in einem Bestand mit 14 000-Putenhähnen in Garrel H5N8 festgestellt worden war, wurden auch gleich Kontakte untersucht. Ein in der Nähe liegender Betrieb mit 7200 Putenhähnen hatte solche Berührungen.

Dem Veterinäramt war die Konzentration der Ausbreitung der Geflügelpest bei den besonders gefährdeten Putenhähnen genug – sofort wurde ein absolutes „Stand-Still“ für die Gemeinden Bösel und Garrel angeordnet. Für 72 Stunden – ab dem 2. Weihnachtstag bis zum 28. Dezember, 24 Uhr – durfte nichts bewegt werden – es durfte auch nichts in das Gebiet rein- oder rausgebracht werden. Diese Anordnung galt bis zum 27. Dezember, 16 Uhr. Nur auf der A 1 durfte noch Geflügel transportiert werden.

Bis Mitte 2017 hatte das Virus beim letzten größeren Geflügelpestzug dann 817 000 Tiere dahingerafft, davon 651 000 Puten und 80 000 Masthühner. 92 240 Puten wurden auf Anordnung des Ministeriums getötet.

Im April dieses Jahres gab es einen vereinzelten Fall der Geflügelpest in einem zum Moorgut Kartzfehn (Bösel) gehörenden Stall in Dornum. Damals mussten 10 000 Elterntiere vorsorglich getötet werden.

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