Garrel Die Narzissen entlang der Hauptstraße in Garrel stehen in voller Blüte, die Forsythien treiben schon aus, die ersten Rosen auch schon. Und morgens weckt das Gezwitscher der Vögel. Der kalendarische Frühlingsanfang ist zwar erst am 20. März. Die Natur ist aber augenscheinlich schon voll drin, auch wenn das Schmuddelwetter zwischendurch den Blick in die Natur buchstäblich verhagelt. Der nahezu frostfreie Winter ist für viele Experten ein Symptom für den Klimawandel.

„Wir sind drei bis vier Wochen früher“, sagt Garten- und Landschaftsbauer Georg Timmermann. „Das ist schon ungewöhnlich.“ Normalerweise wird bei Frost im Garten- und Landschaftsbau nicht gearbeitet. Diese Pause ist in diesem Jahr komplett ausgefallen. „Wir haben durchgearbeitet“, sagt Timmermann, der viel „rund um den Neubau“ macht. Für seinen Betrieb stellt der frühe Frühlingsanfang „kein Problem“ dar. Zu mehr „Ungeziefer“ werde er aber sicher führen.

Die Insektenwelt mag es feucht im Frühjahr, weiß Dieter Hinxlage, Sprecher der Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) Garrel. Ob es in diesem Jahr tatsächlich mehr Insekten wie Stechmücken geben wird, müsse man nun abwarten. Vor allem aber fehle den Insekten der Lebensraum. Den haben – auch für Vögel – die Nabu-Mitglieder nun mit einer Totholzhecke im Garreler Dorfpark geschaffen. „Es wäre schön, wenn sich Nachahmer finden würden, die Totholz-Hecken in ihren Gärten errichten“, wirbt Hinxlage.

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Dass Flora und Fauna „zwei bis drei Wochen früher als sonst“ in den Frühlingsmodus umgeschaltet haben, erkennt er auch in der Vogelwelt. Kleiber, Kohlmeise, Blaumeise oder Stare sitzen schon jetzt in den Bäumen auf der Suche nach Nistmöglichkeiten. Da sei besondere Obacht bei der Gartenarbeit gefragt, weiß Hinxlage, der im Hauptberuf Schornsteinfegermeister und Energieberater ist.

Auch im Zugverhalten einiger Vogelarten wie etwa Kranich oder Kiebitz lasse sich die Tendenz zu kürzeren Strecken ablesen. Teils überwinterten die Vögel sogar hier, wenn es warm genug ist. Und das war zuletzt immer öfter der Fall.

Die milde Witterung könne zu Problemen bei Igeln oder Fledermäusen führen, die schon frühzeitig aus dem Winterschlaf erwachten. Wenn die Temperaturen dann wieder unter den Gefrierpunkt sinken, könnten die Tiere stark geschwächt werden.

Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre haben auch zu einem Anstieg der Feldmauspopulation geführt – zwar nicht so drastisch wie etwa in der Wesermarsch, aber der Anstieg sei auch hier deutlich zu spüren.

Den Klimawandel sieht Hinxlage also kräftig am Werk. „Da ist einiges aus den Fugen geraten“, meint Hinxlage, „der Klimawandel ist Tatsache“. So würden Wetterlagen heute deutlich länger bleiben.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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