Garrel In der Gemeinde Garrel ist erstmalig in einem Entenmastbetrieb das hochpathogene Influenza-Virus H5N8 nachgewiesen worden. Ein weiterer Ausbruch sei in einem Putenbetrieb – ebenfalls in Garrel – zu verzeichnen, teilte die Kreisverwaltung am Dienstagnachmittag mit. Die Bestände mit 36 000 Enten und 26 000 Puten seien am Dienstag tierschutzgerecht getötet und beseitigt worden.

Nachdem seit dem 20. Dezember in Kellerhöhe (Stadt Cloppenburg), der Gemeinde Bösel und der Gemeinde Garrel insgesamt zehn Ausbrüche der hochpathogenen Aviären Influenza mit dem Erreger H5N8 in Putenbeständen festgestellt worden waren, wurden am Dienstag nun zwei weitere Ausbrüche dieser Tierseuche in der Gemeinde Garrel amtlich verzeichnet. Somit sind im Kreis Cloppenburg bisher zwölf Ausbruchsbetriebe mit insgesamt 167 000 Tieren (davon 131 000 Puten und 36 000 Enten) betroffen.

Dr. Karl-Wilhelm Paschertz, Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung, übt Kritik an den Mästern: „Es ist kritisch, dass in den Gemeinden Garrel und Bösel trotz der hohen Wildvogelpopulation und der alle Jahre wiederkehrenden Geflügelpest immer wieder so viele Puten eingestallt werden. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass sämtliche Biosicherheitsmaßnahmen in dieser geflügeldichten Region eingehalten werden.“

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Die Geflügeldichte im Landkreis Cloppenburg ist sehr hoch: Sie beträgt in der Gemeinde Emstek 12 998 Tiere pro Quadratkilometer, in der Gemeinde Garrel 13 985, in der Gemeinde Bösel 13 006, in der Stadt Cloppenburg 7678 und in der Stadt Friesoythe 18 691.

Der Landkreis hat am Dienstag eine weitere Allgemeinverfügung zur Festlegung eines Sperrbezirks und eines Beobachtungsgebietes zum Schutz gegen die Aviäre Influenza erlassen. Um die Betriebe mit dem positiven Virusnachweis werden als Restriktionsgebiet ein geringfügig vergrößerter Sperrbezirk und ein unverändertes Beobachtungsgebiet festgelegt.

Als Sperrbezirk wird das Gebiet um die Seuchenbestände mit einem Radius von mindestens drei Kilometern festgelegt, um den Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern um die Seuchenbestände ein Beobachtungsgebiet.

Bei der hochpathogenen Aviären Influenza handele es sich um eine hochansteckende und anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Geflügel und anderen Vogelarten, die schnell epidemische Ausmaße annehme, hohe Tierverluste verursache und deren Ausbruch immense wirtschaftliche Folgen für alle Geflügelhalter, Schlachtstätten und verarbeitende Industrien haben könne. Die Festlegung der Restriktionsgebiete sei geeignet und erforderlich, um das HPAI H5-Virus schnell und wirksam einzudämmen, so der Landkreis.

Des Weiteren hat der Landkreis entschieden, das Wiedereinstallungsverbot von Truthühnern innerhalb des Gebietes der Gemeinden Emstek, Garrel und Bösel sowie der Stadt Cloppenburg und der Stadt Friesoythe auch auf Enten auszudehnen. Geflügelbestände dürfen hier nach einer Entfernung des Geflügels oder der jeweiligen Vogelhaltung oder im Falle leerstehender Gebäude oder Einrichtungen zur Haltung von Vögeln frühestens 30 Tage nach Inkrafttreten dieser Allgemeinverfügung wieder belegt werden.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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