Bösel Es war in früheren Zeiten nicht so, dass an jedem Tag die Post durch beamtete Postboten zugestellt wurde. In dem Postanzeiger aus dem Jahre 1828 war folgender kleiner Hinweis zu lesen: „Sonntag und Mittwoch abends um 19 Uhr kommt der Bote von Friesoythe und kehrt Montag und Donnerstag 9 Uhr nach Cloppenburg zurück.“

In ersten Aufzeichnungen über die Post in Bösel wird berichtet, dass im Jahre 1854 der Friesoyther Postbote Bernhard Göken auf seiner Tour auch die Post in Bösel austrug. Im gleichen Jahr fuhr montags ein Karriol-Postwagen von Friesoythe über Bösel, Garrel, Varrelbusch nach Cloppenburg. Es handelte sich um ein leichtes zweirädriges Fuhrwerk mit Kasten. Befördert wurden damit nur Briefe. Die Bezeichnung Karriol (französisch carriole) stammt wohl aus der französischen Herrschaft.

Im Jahre 1904 wurde in der Gastwirtschaft Rohen eine Posthilfsstelle eingerichtet, die 1906 in eine Postagentur umgewandelt wurde. Damals gab es allerdings keine Einzelzustellung, denn die Post des Ortes wurde nur in der Gastwirtschaft beim Schankwirt abgegeben. Die Gastwirte scheinen dieses Geschäft nicht ungern besorgt zu haben, denn das Abholen der Post war sicherlich auch ab und zu mit einem kleinen Verzehr verbunden.

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Bis zum Jahre 1915 blieb die Postagentur in der Gastwirtschaft Rohen, dann wurde sie verlegt in das Haus Rolfs. Postagent wurde Heinrich Rolfs. Einige Jahre später wurde sein Bruder Josef Rolfs Nachfolger, der heute noch unter den Namen „Post Job“ bestens bekannt ist. Anfang der 20er Jahre errichtete Rolfs ein neues Wohnhaus und stellte darin Räume für die Unterbringung der Postagentur zur Verfügung. 1958 ging der Postverwalter „Post Job“ in den verdienten Ruhestand. Rund zwei Jahre verblieb noch die Poststelle im Hause Rolfs, dann bezog sie neue Räume im Neubau von Bernhard Bramlage, „Am Kirchplatz 2“. Die Postverwalter wechselten jetzt ständig. Letzter Filialleiter war Franz-Josef Herbers. Dann wurde die Poststelle in die Geschäftsräume der Firma Kuhlmann an der Friesoyther Straße verlegt.

Eine neue Ära in der Nachrichtenübermittlung begann 1874 durch die Erfindung des Telefons durch Philipp Reis. Während zunächst nur zwei Sprechstellen miteinander verbunden werden konnten, ging die Entwicklung rasant voran, „Vermittlungsanstalten“ entstanden. Am 5. Juni 1908 erhielt die Postagentur Bösel einen Telegrafen mit Fernsprecher, jedoch noch keine eigene Vermittlungsstelle. Erst im Jahre 1912 erhielt Bösel das erste Telefon, erster Teilnehmer war die Ziegelei Ernst Meierkord in Westerloh. Bei Johann Heinrich Aumüller in Aumühlen wurde 1915 eine Post- und Telegrafenhilfsstelle eingerichtet.

Die rasante Entwicklung und der damit verbundene Ausbau des Fernsprechnetzes gingen weiter. Anfang des Jahres 1956 ging die Ortsvermittlungsstelle in Betrieb. Vorerst war nur ein selbsttätiger Aufbau von Ortsgesprächen möglich. Ferngespräche mussten weiter unter der Vorwahl „0“ vom Fernamt Friesoythe verbunden werden. Im April 1957 wurde das Ortsnetz Bösel in den Selbstwählferndienst für ankommende Ferngespräche aufgenommen. Mit der Fertigstellung der Knotenvermittlungsstelle im Dezember 1967 konnten alle Ferngespräche ab dann selbsttätig gewählt werden.

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