Friesoythe „Liebe ist die beste Medizin.“ So lautet das Motto in der Tierarztpraxis am Friesoyther Stadtpark. 32 Jahre war Tierärztin Dr. Veronika Tholen in Friesoythe eine Ansprechpartnerin für tierische Patienten und ihre Besitzer. Anfang Januar gab sie ihre Praxis in der Thüler Straße 25 in die Hände von Dr. Claudia Wiese. Mit Tholen hat Friesoythe zwar eine kompetente und überaus engagierte Tierärztin verloren, überdies aber auch eine hinzugewonnen.

Als Dr. Tholen ihre Kleintierpraxis aufmachte, war ihre Nachfolgerin noch gar nicht geboren. „Wir sind alle froh, dass es weitergeht“, sagt Tierärztin Wiese. Das zehnköpfige Praxisteam hat die 31-Jährige mit übernommen. Somit bleiben die für die Tierliebhaber vertrauten Gesichter des Teams bestehen. Denn es soll mit gewohnter Qualität weitergehen. Da nun mehrere Tierärzte dort praktizieren, heißt die Praxis fortan „Kleintierzentrum am Stadtpark“.

Die gebürtige Cloppenburgerin Wiese praktiziert nicht nur im Nordkreis, sie wohnt inzwischen auch seit sechs Jahren in Friesoythe. „Ich bin fast ,eingebürgert’“, sagt Wiese mit einem Lächeln. Claudia Wiese wusste von Anfang an genau, welche Praxis sie übernimmt. Schließlich arbeitete die junge Tierärztin bereits bei ihrer Vorgängerin.

Verstärkung erhält Wiese von Tierärztin Sarah Fleiner. Die 34-Jährige ist gelernte Biologische Technische Assistentin und stammt aus dem Garreler Ortsteil Beverbruch. Nach dem Studium zog es sie zunächst nach Minden, wo sie dreieinhalb Jahre praktizierte. Nun lebt Fleiner in Emstek.

Fleiner ist allerdings nicht der einzige Zugang des Kleintierzentrums. „Wir modernisieren im Moment“, sagt die 34-Jährige. Zu den Neuanschaffungen, die die Neueröffnung mit sich brachte, gehören Geräte für Zahnröntgen, Herz-Ultraschalluntersuchung, moderne Narkoseüberwachung und Blutdruckmessung. Außerdem können in der Krankenstation erkrankte Tiere aufgenommen werden.

Der Plan dahinter sei, die Praxis ständig zu vergrößern, um viele verschiedene Spezies abzudecken. „Und um beste Qualität an einem Ort zu bieten“, ergänzt Wiese. Ein Tierarzt könne nicht mehr alles wissen, dafür sei die Tierforschung zu weit voraus. Techniken und Medizin, aber auch MRTs, Gelenk-OPs, Chirurgie, Laborarbeit oder Kardiologie würden sich immer weiter entwickeln.

Claudia Wiese spezialisiert sich in erste Linie auf Zähne, Chirurgie und Kardiologie. Sarah Fleiner wiederum praktiziert in der Internistik (Innere Medizin) und Dermatologie. Externe Hilfe bekommt das Duo bei der Knochenchirurgie. Lorena Machatzke kümmert sich montags und donnerstags als akkreditierte Tierphysiotherapeutin bei Problemen des Bewegungsapparats der Hunde und Katzen.

Nach einigen Jahren Berufserfahrung weiß Dr. Wiese so manche kuriose Anekdote zu erzählen. Einmal habe sich ein Tierbesitzer gemeldet, dessen Deutsche Wachteln Durchfallprobleme hatten. Wiese war anfangs von einem Vogelpatient mit Verdauungsschwierigkeiten ausgegangen. Umso erstaunter war sie, als sie im Wartezimmer nur Hunde sah. Es waren Deutsche Wachtelhunde. Ein Welpenwurf hatte sich an Maiglöckchen sattgefressen und diese nicht vertragen.

Wenn man Sarah Fleiner nach ihrem Lieblingstier fragt, fehlen auf keinen Fall Katzen in ihrer Aufzählung: „Leider habe ich immer wenig Zeit. Eine Katze kommt aber gut allein klar.“ Außerdem sei sie von der Tierart fasziniert. Man dürfe aber auf keinen Fall die Katzenmedizin vernachlässigen, da Stubentiger kaum Symptome zeigen wie bei Zahnproblemen: „Sie leiden still.“

Claudia Wiese hingegen hat einen eigenen kleinen Zoo zu Hause. Neben zwei Hunden und zwei Katern reihen sich diverse Aquarien, Stabschrecken, Vietnamfasane, Rebhühner und Fischotter in der Handaufzucht aneinander. Passenderweise ist Dr. Wiese seit Kurzem mit dem gleichalten zoologischen Leiter des Tierparks Thüle, Jörg Grabbert, verlobt. „Ich werde bei meiner Arbeit von meiner Familie komplett unterstützt“, freut sich Dr. Wiese.

Um Symptome bei tierischen Patienten zu finden, leisten die Tierärztinnen schon mal Detektivarbeit. Besonders gelte das bei Vögeln. „Es gibt weniger Forschung als bei anderen Tieren“, bemängelt Claudia Wiese: „Und Vögel sind Meister der Kaschierung.“ Daher sei man dort besonders auf die Besitzer angewiesen, dass sie die kleinste Veränderung ihres Schützlings wahrnehmen.

„Ich bin immer ganz gespannt über Ergebnisse aus dem Labor“, verrät Sarah Fleiner.

Niklas Grönitz Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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