Friesoythe Noch sieht der Rand des Ackers von Bernd Banemann aus wie der Rest der zehn Hektar großen landwirtschaftlichen Fläche. Doch schon in wenigen Wochen werden hier bunt blühende Pflanzen ein Paradies für Wildbienen und andere Insekten bilden. „Auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern werden vier Kilogramm Saatgut eingebracht“, erklärt Dr. Josef Kuhlmann von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Banemann unterstützt damit die Blühstreifen-Aktion, an der Landwirte sowie Naturschützer und offizielle Stellen beteiligt sind. „Ich möchte etwas für die Artenvielfalt tun. Der Standort hier ist optimal, in der Nähe ist ein See und direkt daneben ein Stück Wald“, berichtet der Landwirt, der mit der Aktion freiwillig auf das Bewirtschaften der Fläche an der Straße In den Späten verzichtet.

Auf dem restlichen Feld wird Mais angebaut. Mit dem Anlegen des Blühstreifens verzichtet Banemann auf rund 1000 Euro. Langfristig jedoch leistet er einen Beitrag zum Naturschutz: „Nützlinge können so ebenfalls wieder verstärkt auftreten und die Zahl der Schädlinge senken. Dies beobachten wir bereits beim Anbau von Getreide“, berichtet Kuhlmann.

Die Blühmischung wurde Banemann vom Arbeitskreis blühende Landschaft zur Verfügung gestellt: „Das Saatgut ist bunt zusammengesetzt. Wenn alles blüht, brummt es hier so sehr, dass einem das Herz aufgeht“, schwärmt Markus Banemann vom Kreislandvolk Cloppenburg, der die Aktion mit organisiert hat. „Auch für die Radfahrer ist dies im Sommer sehr schön anzusehen“, sagt Bernd Banemann, der das Saatgut am Dienstag direkt eingesät hat. Auf Wunsch wird dies auch vom Kreislandvolk übernommen, die Hälfte der beteiligten Landwirte machen dies jedoch selber.

Begonnen hat die Aktion vor zwei Jahren, damals stellten die Landwirte des Kreislandvolks rund zwölf Hektar zur Verfügung. Heute sind es rund 50 Hektar im gesamten Landkreis. Dies sind jedoch nur die Flächen, die offiziell zu Blühstreifen wurden. Carolin Westerkamp, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim Kreislandvolk, schätzt, dass noch deutlich mehr Flächen von Landwirten in Blühstreifen umgewandelt wurden.

Auch Marcus Brinkmann, Vorsitzender der Niederregion Soeste-Niederung, lobte die Landwirte und freute sich über die gute Zusammenarbeit aller Parteien, zu der beispielsweise auch Imker und Jäger gehören. Luzia Landwehr vom Nabu Cloppenburg ist ebenfalls erfreut: „Endlich wird etwas für das Niederwild, sowie die Insektenvielfalt und damit auch für die Wildbienen getan.“

Nils Coordes Redakteur / Newsdesk
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