Friesoythe Wenn zurzeit ein Thema die Medien beherrscht, dann ist es die Klimadebatte. Die Bewegung „Fridays for Future“ brachte kürzlich im Nordwesten circa 15 000 Menschen auf die Straßen. Bundesweit soll in über 500 Städten der Klima-Streik veranstaltet worden sein. Die weltweite Bewegung fordert unter anderem, dass weniger Gase ausgestoßen werden, die dem Klima schaden. „Es muss was passieren – und zwar jetzt“, hört man immer wieder als Appell an Politik und Wirtschaft.

Die Friesoyther Firma Hilker nimmt diesen Appell sehr ernst und hat gehandelt. Ein vor Jahren noch landwirtschaftlicher Betrieb in dritter Generation hat sich inzwischen zu einem Fachbetrieb für Entsorgung, Rohr- und Kanalreinigung, Klärgruben- und Behälterreinigung sowie Transporte entwickelt.

Stefan Hilker und sein Vater Otto haben seit 2006 ihren Fuhrpark ständig erweitert. Seit März dieses Jahres rollen nun auch sechs nagelneue Volvos LNG (englisch: liquefied natural gas, deutsch: Flüssigerdgas) der Firma Hilker auf Deutschlands Straßen. Preis je Fahrzeug: rund 240 000 Euro. „Wir stellen uns den Herausforderungen des Alltags“, sagte Stefan Hilker. Im vergangenen Jahr kam die Idee, auf Lastkraftwagen mit LNG-Technik zu setzen. Man hat sich dann mit den Experten der Garreler Firma A+T Nutzfahrzeuge zusammen gesetzt, um über das Thema „CO2-Einsparung“ zu sprechen.

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Die Politik ist dabei unterstützend tätig. Für LKW mit LNG-Technik gilt vorerst bis Ende 2020 eine Befreiung der Straßenbenutzungsgebühr, der sogenannten Maut. „Das können schon mal 2000 Euro im Monat sein“, so Tobias Tönjes, Geschäftsführer der Firma A+T Nutzfahrzeuge. Werden dazu noch Verbrauchsvergleiche herangezogen, so stehen laut Tönjes, abhängig von der Gewichtsklasse, etwa 18 Cent pro Kilometer mit LNG-LKW etwa 32 Cent pro Kilometer bei LKW mit Dieselantrieb gegenüber. In Fachkreisen werde ein bis zu 46 Prozent günstiger Transport mit LNG-Fahrzeugen festgestellt.

Trotz dieser positiven Punkte gibt es ein „aber“. Und das bezieht sich auf den Kaufpreis. So muss man für einen Volvo LNG rund 40 000 Euro mehr auf den Tisch legen, will man mit diesem Fahrzeug etwa 20 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Der Kauf wird aber auch mit 12 000 Euro bei der Anschaffung gefördert. Je nach Fahrleistung, die durchaus 100 000 bis 250 000 Kilometer pro Jahr und Fahrzeug betragen kann, ist der Mehrpreis laut Tönjes relativ schnell wieder eingefahren.

„Wir sind stolz darauf, beim Klimaschutz ein Stück beizutragen“, so Stefan Hilker.

Eines der größten Probleme sei dabei jedoch noch die fehlende flächendeckende Infrastruktur für die Betankung. In Deutschland gab es 2016 lediglich zwei Tankstellen für LKW. Aktuell sind es fünf und bis Ende 2019 sollen es zehn bis zwölf Tankstellen sein, so Michael Schaub, Vertriebsleiter von A+T Nutzfahrzeuge.

Im Oktober will die Steinfelder Firma alternoil in Bakum (Landkreis Vechta) Europas größte Flüssigerdgas-Tankstelle direkt an der Autobahn 1 eröffnen.

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