Friesoythe Als angehender Landwirt etwas für die Natur tun. Das ist den Schülern im Agrarbereich an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Friesoythe wichtig. Deswegen haben 27 Schüler unter Anleitung der Fachlehrer Stefan Siemer, Jan Kuhlmann und Norbert Berssen bereits im Mai Blühmischungen im Gewerbegebiet Ost in Friesoythe ausgesät und auch ein Insektenhotel dort aufgestellt.

Am Freitagmittag präsentierten sie dann das Ergebnis ihrer Arbeit: „Auf knapp zwei Hektar wachsen hier jetzt eine Menge Kräuter. Einige sind schon ausgeblüht, dafür wachsen jetzt andere nach“, sagt Berssen. Die Schüler hätten dabei eine B-Grün-Mischung verwendet und mit dem Traktor eingesät, die im Friesoyther Raum üblich und bienenfreundlich sei.

Vorher seien hier Wiesen gewesen. Sie wurden jedoch landwirtschaftlich nicht intensiver genutzt. Ins Blickfeld gerückt sind die Flächen dann im Frühjahr bei einer Expertenrunde der Stadtverwaltung: „Wir haben an einem Abend mit diversen Interessenvertretern Informationen ausgetauscht. Ein Landwirt vom Landvolkverband hat mich kurz danach angerufen und den Kontakt zur BBS hergestellt“, berichtet Ludger Tholen, Bereichsleiter für Bauverwaltung, Stadtplanung und Wirtschaftsförderung.

Berssen war sofort begeistert und stieß bei seinen Schülern auf offene Ohren: „Landwirtschaft nachhaltig zu betreiben und dabei etwas für die Natur zu tun, ist uns sehr wichtig. Deswegen haben wir die Idee sofort umgesetzt, den Boden gefräst, gepflügt und anschließend die Blühmischung eingesät“, berichtet Christoph Lamping.

Besonders gut zu sehen sind auf den Feldern die Sonnenblumen, die alle anderen Pflanzen überragen. Doch auf den zweiten Blick ist auch zu erkennen, dass der Boden ebenfalls mit vielen Pflanzen in unterschiedlichen Höhen bedeckt ist. Dies ist gewollt, denn so finden Tiere überall Unterschlupf und Futter. „Im Insektenhotel kommen vorwiegend Wildbienen unter, die dort auch ihre Eier hineinlegen. Spinnen leben auch hier“, sagt Berssen.

Wie lange die Blühwiesen auf den Flächen im Gewerbegebiet bestehen, ist ungewiss: „Die Pflanzen gehen im Winter kaputt, im nächsten Jahr muss dann eine neue Mischung eingesät werden. Wir hoffen auf eine mittelfristige Zusammenarbeit“, betont Berssen. Klar ist jedoch auch, dass die Flächen als Bauland für Gewerbe ausgeschrieben sind. Wenn sich hier also eine Firma ansiedeln will, muss der Blühstreifen weichen.

Insgesamt haben die BBS-Schüler in der Gemeinde auf 2,6 Hektar Fläche in der gesamten Kommune Blühflächen angelegt. Dafür dankt Bürgermeister Sven Stratmann ihnen: „Das ist eine gelungene Kooperation, hier waren Leute vom Fach am Werk.“ Insgesamt sind in der Kommune rund 23 Hektar Blühwiese angelegt worden.

Nils Coordes Redakteur / Newsdesk
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