Friesoythe Bevor ich den Baumerlebnispfad erkunde, führt mein Weg ins Friesoyther Rathaus. Dort gibt es eine Broschüre mit allen Bäumen und einer Karte. Beim Blättern stelle ich fest, dass die meisten Stationen auch eine Adresse haben – ich bin optimistisch, dass ich so auch alle Bäume finde.

Die Strecke wurde vor fünf Jahren von Schülerinnen und Schülern der Berufsbildenden Schulen Friesoythe zusammengestellt. Die Jugendlichen haben 15 Laubbäume im Stadtgebiet ausgewählt und für jeden eine Hinweistafel angefertigt. Auf dieser ist die Station, der deutsche sowie lateinische Name und das jeweilige Blatt abgebildet.

Start beim Werkhaus

Der erste Baum, ein Apfelbaum, steht im Garten des Werkhauses Pancratz an der Kirchstraße. Auch mehrere Eisenskulpturen stehen hier – sich hier umzusehen lohnt definitiv.

Weiter geht es mit der Sommerlinde. Oder eher ging – der Baum, der vor der St.-Marienkirche stand, ist weg. Über den QR-Code im Flyer würde ich daher gerne noch etwas mehr über den Baum erfahren. Doch diese funktionieren nicht mehr. Also gehe ich weiter – die Infos und Bilder aus der Broschüre müssen reichen.

Die nächste Station ist die Gewöhnliche Rosskastanie an der Wasserstraße, an der ich zunächst vorbeilaufe. Denn das Schild steht nicht davor, sondern im Vorgarten des Hauses. Hier stelle ich fest: Wer sich mit Bäumen auskennt, wird wohl schneller fündig. Der nächste Baum – eine Baumhasel – steht ebenfalls an der Wasserstraße.

Die nächste Station ist etwas schwerer zu finden. Der Feldahorn steht laut Broschüre auf der Grünfläche am Gefallenen-Ehrenmal. Doch das ist nun an der Bahnhofstraße. Nach etwas Suchen werde ich dank Foto fündig – die Grünfläche ist jetzt ein Parkplatz. Den nächsten Baum finde ich umso einfacher, die Blutbuche steht auf dem Friedhof, am Eingang hinter dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr. Auch der Spitzahorn ist dank Adresse kein Problem.

Dann geht es raus aus der Innenstadt in die Dr.-Niermann-Straße. Hier muss ich wieder suchen: Die Esche steht auf dem Gelände der Realschule, wo genau, weiß ich nicht. Ich bin einmal an der ganzen Vorderseite vorbeigelaufen und gehe wieder zurück, da finde ich den richtigen Eingang – ich hätte beim Schild, das in Richtung BBS weist, einbiegen müssen.

Die Hälfte der Stationen ist geschafft. Zwei Kilometer bin ich bisher gelaufen, drei liegen noch vor mir.

Hilfreiche Karte

Weiter geht es in die Eichendorffstraße. Dank der Karte in der Broschüre finde ich den Weg sehr gut, obwohl ich hier noch nie gewesen bin. Hier steht eine Ahornblättrige Platane. Laut Broschüre war hier mal ein Spielplatz, der existiert nicht mehr.

Der Weg führt weiter durchs Wohngebiet Richtung Grüner Hof. Hier kenne ich mich wieder aus, schließlich fahre ich hier jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit lang. Doch zu Fuß bin ich hier noch nicht lang gekommen – die Perspektive ist ganz schön ungewohnt.

Noch ein Baum fehlt

Als der Pfad erstellt wurde, standen noch zwei Weißbirken, auch Sandbirken genannt, beim evangelisch-lutherischen Gemeindehaus. Eine wurde zwar entfernt, doch die andere steht noch da. Von hier geht es weiter entlang des Grünen Hofs und der Kirchstraße. Dabei entdecke ich den kleinen Friesoyther Bahnhof. Aus dem Auto ist mir dieser nie aufgefallen.

Auf dem Weg zur elften Station passiere ich zunächst Baum Nummer Zwölf. Den ignoriere ich und biege in die Meeschenstraße ein. Hier steht eine Farnblättrige Buche. Dann gehts zurück zur Robinie, auch Scheinakazie genannt. Diese steht am – seit einiger Zeit ehemaligen – Polizeikommissariat.

Weiter geht es zum Stadtpark. Hier war ich schon öfter, aber meist im vorderen Bereich. Deswegen suche ich die Trauerweide zunächst an der falschen Stelle, diese steht an der Nordseite des großen Teichs. Von da aus gehe ich links am Wasser vorbei und suche Station 14: eine Schwarzpappel. Die ist dank des Eisenschilds trotz der vielen anderen Bäume gut zu finden. Schließlich mache ich mich auf den Weg zum letzten Baum, eine Stieleiche an der Soestenallee.

Das Fazit

Rund zweieinhalb Stunden war ich unterwegs. Dabei habe ich einige Ecken gesehen, die ich noch nicht kannte oder noch nicht wahrgenommen hatte. Wer viel Zeit hat und einen Anlass für einen großen Rundgang haben möchte, dem ist der Baumerlebnispfad sehr zu empfehlen. Allerdings gibt es über weite Strecken nur wenig Sitzmöglichkeiten. Und wer nicht ausreichend Orientierung hat und im Kartenlesen nicht allzu firm ist, sollte zur Sicherheit noch ein Handy mit ausreichender Akku-Laufzeit einplanen.

Manuela Wolbers Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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