ALTENOYTHE Er ist der Archivar des Heimatvereins Altenoythe. Und deshalb kennt sich August Cloppenburg (71) sehr gut aus, wenn es um die Geschichte seiner Heimat geht, speziell um die des Kellerdamm, denn an dieser Straße lebt der rüstige Rentner mit seiner Familie schon seit 1964.

August Cloppenburg hat in den vielen Aktenordnern des Archivs geblättert und kann deshalb mit erstaunlichen Erkenntnissen aufwarten. 1945 sei der Kellerdamm noch ein einfacher Sandweg gewesen. Damals, so berichtet Cloppenburg, waren französische Kriegsgefangene damit beauftragt worden, den Sandweg aufzufüllen. Dazu seien Eisenbahngleise verlegt worden, um den Sand vom Ende des Kellerdamm zu holen und mit Loren zu transportieren. August Cloppenburg: „Da wurde der Weg gut einen Meter hoch mit Sand aufgefüllt. Der Sand kam vom Gelände von Heinrich Keller, dem früheren Altenoyther Bürgermeister.“

Mit Pferden seien die Loren damals gezogen worden. Die französischen Gefangenen mussten schwere Arbeit leisten. Sie waren in der früheren Gastwirtschaft Scheibe-Sprock an der Straße Waterhörn in Altenoythe einquartiert, berichtet der Archivar des Heimatvereins.

Später sei dann nach dem Ende des Weltkrieges der Kellerdamm mit Schotter weiter aufgefüllt worden. Der sei damals am Rande des Flugplatzes in Varrelbusch auf Lastwagen verladen und nach Altenoythe gebracht worden. Arbeiter hätten dann in Handarbeit die großen Mengen an Schotter auf dem Sandweg verteilt. August Cloppenburg: „So wurde aus dem Sandweg eine relativ gut befahrbare Verbindungsstraße zwischen Altenoythe und dem Ortsteil Ikenbrügge.“ Erst im Laufe der 1950-er Jahre wurde dann eine erste Asphaltdecke gegossen. Die habe viele Jahre gehalten, sagt August Cloppenburg. Erst 1968 sei die Straße dann saniert und mit Betonsteinen gepflastert worden. 2006 wurde der Kellerdamm – wir berichteten – grundlegend saniert.

August Cloppenburg ist übrigens ein „waschechter“ Altenoyther. Seine Familie lebte an der Straße „Waterhörn“, bevor die Eltern ein Grundstück am Kellerdamm erwarben und bauten. „Damals gab es links und rechts von uns noch keine Häuser, nur Äcker und Weiden“, erzählt Cloppenburg. 1975 schließlich errichtete er direkt neben dem Wohnhaus der Eltern sein eigenes Haus. August Cloppenburg: „Die Grundstücke befanden sich im Besitz der Kirche, die die Flächen an die Gemeinde Altenoythe zum Verkauf an Bauwillige weitergab.“

Um das Archiv des Heimatvereins kümmert sich August Cloppenburg seit vielen Jahren. Es war ursprünglich von dem inzwischen verstorbenen Bernhard Lübbers aufgebaut worden. Das Material füllt in einem Raum des Dorfgemeinschaftshauses viele Aktenordner und reicht zum Teil bis in das 17. Jahrhundert zurück. August Cloppenburg: „Hier ist sehr viel aus der weltlichen und kirchlichen Geschichte Altenoythes dokumentiert.“

Heinz-Josef Laing Friesoythe / Redaktion Münsterland
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