Barßel /Cloppenburg Die Gesellschaft für Seuchenvorsorge (Gesevo), die in einer Halle im Ecopark in Emstek ihr Gerät untergebracht hat, hat schon allerhand Erfahrung bei der Tierseuchenbekämpfung. Im Kreis Cloppenburg waren die Experten zuletzt im Dezember 2008 im Einsatz im Kampf gegen das niedrigpathogene Influenzavirus H5N3 – mehr als 600 000 Puten mussten getötet werden. Mit dem wesentlich gefährlicheren H5N8, das jetzt auch den Landkreis Cloppenburg getroffen haben könnte, haben die Gesevo-Mitarbeiter auch schon zu tun gehabt: Ihr Fachwissen war in Mecklenburg-Vorpommern beim Ausbruch der Vogelgrippe vor einigen Wochen gefragt.

Seit Wochen wurde es befürchtet, am Montag wurde es konkreter: Die Vogelgrippe, die in Mecklenburg-Vorpommern, in England und den Niederlanden ausgebrochen war, scheint auch den Landkreis Cloppenburg erreicht zu haben. Die Bestätigung durch das Friedrich-Löffler-Institut steht aber noch aus.

Wie das aggressive H5N8-Virus den Weg in den Stall des Putenmästers in der Gemeinde Barßel gefunden haben könnte, sollen Untersuchungen zeigen. Die bereits in Mecklenburg-Vorpommern vermuteten Wildvögel als Einträger des Virus können laut Dr. Karl-Wilhelm Paschertz, Leiter des Veterinäramtes beim Landkreis Cloppenburg, nicht ausgeschlossen werden. Über kontaminiertes Einstreu oder Schadnager könnte es weitergetragen worden sein. Kontakte in den betroffenen Stall in Mecklenburg-Vorpommern habe es nach derzeitigem Stand nicht gegeben.

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Um den weiteren Ausbruch einzudämmen, hat der Landkreis Cloppenburg eine ab Dienstagnacht, 0 Uhr, geltende Überwachungszone für zunächst 72 Stunden eingerichtet, in die hinein und aus der heraus kein Geflügel transportiert werden darf – ausgenommen Durchgangsverkehr. Nach 72 Stunden wird die Situation erneut beraten. „Wir hoffen, dass mit wir mit den jetzt ergriffenen Maßnahmen dafür sorgen können, dass sich die Tierseuche nicht weiter ausbreitet“, sagte Veterinär Dr. Paschertz. Es bestehe gleichwohl die Gefahr, dass es ein „kreisübergreifendes Geschehen“ werde.

Aus dem betroffenen Stall heraus hatte es Kontakt in etwa fünf Betriebe gegeben – darunter einer in Garrel. Auch dort wurden Proben gezogen. Bisher seien dort aber keine klinischen Symptome aufgetreten, so Dr. Paschertz.

Voraussichtlich an diesem Dienstag kommt die Gesevo GmbH bei der Keulung des Bestandes zum Einsatz. Die Beseitigung erfolgt über die Tierkörperbeseitigungsanstalt in Kampe. Sollten die Kapazitäten dort bei einem weiteren Ausbruch der Vogelgrippe nicht ausreichen, koordiniert das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Beseitigung der getöteten Tiere, für die Landwirte über die Tierseuchenkasse entschädigt werden.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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