Essen 2026 soll es soweit sein. Dann soll die geplante 380-KV-Stromleitung von Conneforde über Cloppenburg nach Merzen in Betrieb genommen werden. Doch schon im Vorfeld sorgt das Vorhaben für viel Ärger. Bürger, die in der Nähe der geplanten Leitungen wohnen, zeigten sich zuletzt alles andere als begeistert von dem geplanten Bau der Stromtrassen. Deshalb organisierte die Netzbetreiberfirma Tennet nun einen Infomarkt in Essen. Hier konnten sich die Besucher über die genauen Planungen informieren.

Gespräche mit Bürgern

Mithilfe unterschiedlicher Themeninseln erklärte der Netzbetreiber Tennet, wie die Leitungen im Süden des Landkreises Cloppenburg künftig verlaufen sollen. Geplant ist folgender Leitungsverlauf: Conneforde – Cloppenburg – Merzen, mit einem künftigen Umspannwerk in der Gemeinde Cappeln und an der Landkreisgrenze Osnabrück. Auch über die Technik, die zum Einsatz kommt und darüber, wie die Nutzung der Grundstücke ablaufen soll, wurde informiert. Für individuelle Fragen stand zudem ein Team des Netzbetreibers bereit. Die Experten stellten die nächsten Schritte um Genehmigungsverfahren und der Bürgerbeteiligung vor.

Anfang Juli hatte das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems das Raumordnungsverfahren für diesen Leitungsabschnitt abgeschlossen. Dabei hatte die Behörde einen ein Kilometer breiten Korridor für die weitere Planung festgelegt. In diesem Korridor hatte Tennet im Herbst einen ersten Entwurf für den konkreten Verlauf der Stromleitung entwickelt und Bürger, auf deren Flächen Masten stehen sollen, zu persönlichen Gesprächen eingeladen. Alle Hinweise aus den Gesprächen wurden in den vergangenen Wochen geprüft und, sofern möglich, berücksichtigt. Auch die dadurch überarbeitete Planung wurde auf dem Infomarkt vorgestellt.

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Genauer Verlauf unklar

„Wir haben nicht zu klagen“, fasste Essens Bürgermeister Heiner Kressmann die Pläne zusammen. „Im Bereich Herbergen haben wir mit der Gemeinde Lastrup zusammen eine gute Lösung gefunden. Die Tennet als Netzbetreiber ist darauf eingegangen und ist vom ursprünglich vorgesehenen Korridor abgewichen. So wird die Wohnbebauung entlastet.“

Diese abweichende Lösung hatte auch das Amt für regionale Landesentwicklung aufgegeben. „Wir haben versucht, eine Trasse zu finden, die den geringsten Widerstand hervorruft. Eine Erdverkabelung wird es allerdings in diesem Planungsabschnitt nicht geben“, so Janina Schulze, Referentin für Bürgerbeteiligung bei Tennet.

Noch nicht ganz klar ist der Verlauf im Bereich „Südlich Sandloh“ der Gemeinde Essen. „Bei der östlichen Variante entlang des Gravenhorster Wegs würden die Planungen unseres neuen Gewerbegebietes beeinflusst, und am Zusammenfluss der Hase wäre auch der Tourismus betroffen. Die westliche Variante würde weder Gewerbegebiet noch Tourismus einschränken. Das Amt für regionale Landesentwicklung hat beide Möglichkeiten offengelassen“, sagte Kressmann.

Betroffenheit gering

„Jeder hätte die Leitung gern woanders. Aber die Betroffenheit ist überschaubar. Tennet hat einiges wie Moorflächen, Naherholungsgebiete und Wohnbebauung berücksichtigt“, kommentierte Lastrups Bauamtsleiter Berthold Sauerland. „Unsere Anregungen wurden berücksichtigt. Tennet nimmt uns schon mit“, hatten die Kneheimer Grundstücksbesitzer Martin Sommer und Josef Lamping, die etwa 500 Meter von einem geplanten Masten entfernt wohnen, sogar ein Lob für den Netzbetreiber.

Doch auch wenn sich viele Besucher bei der Infoveranstaltung zufrieden zeigten, wurden auch kritische Stimmen laut. „Die Leitung kommt uns zu dicht“, waren vor allem die Stapelfelder Windkraftanlagen-Betreiber Josef Claus und Georg Wienken mit dem konkreten Verlauf der Trasse nicht zufrieden. „Wir fürchten auf Dauer Einschränkungen. Denn unsere Anlagen sind auf den jetzigen Stand eingefroren. Dabei wollen wir natürlich ,Grünen’ Strom, weil wir ihn ja selbst auch erzeugen.“ Ihnen habe man geraten, einen Anwalt einzuschalten.

Plan bis 2026

Auch im nächsten Jahr sind von Nord nach Süd weitere Informations- und Dialogangebote geplant. Parallel dazu erarbeiten die Leitungsbauer die Unterlagen für das anstehende Planfeststellungsverfahren. Wenn die geplante Leitung 2026 an den Start geht, wird die bestehende 220-KV-Leitung zwischen Conneforde und Cloppenburg im Anschluss abgebaut – so der bisherige Plan.

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