Emstek Ende März werden in Emstek die Bauarbeiten für die neue Erdgashochdruckleitung abgeschlossen. Seit Ende September 2019 baut der regionale Netzbetreiber EWE Netz das 1,6 Kilometer lange Teilstück. Es verbindet die vorhandenen Gashochdruckleitungen im Bereich der Straßen „An den Riehen“ und „Zum Gogericht“. Die Stahlleitung mit einem Durchmesser von 200 Millimetern ist für den Betrieb mit bis zu 84 bar ausgelegt. Die Leitung ist in einem Schutzstreifen verlegt, der nicht bebaut werden darf.

Was kostet die neue Erdgasleitung?

EWE Netz investiert knapp eine Million Euro in die Netzerweiterung. Mit diesem Infrastrukturprojekt wird das regionale Leitungsnetz erweitert. Zugleich werden zwei Hochdruck-Teilnetze miteinander verbunden. Der Bau der neuen Pipeline bereitet insbesondere den Landkreis Cloppenburg auf die aktuell im Nordwesten laufende Erdgasumstellung von L-Gas auf H-Gas vor.

Was ist der Unterschied zwischen L- und H-Gas?

Bei den zwei Gassorten liegt der Unterschied im Energiegehalt: H-Gas (High Calorific Gas) hat einen höheren Methangehalt und setzt daher bei der Verbrennung mehr Energie frei als L-Gas (Low Calorific Gas).

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Warum wird umgestellt?

Auslöser für die Arbeiten ist die Entscheidung der Niederlande, das Fördern und Liefern ihres L-Erdgases bereits in wenigen Jahren nahezu einzustellen. Aktuell versorgt unser Nachbar noch große Teile Deutschlands mit seinem Erdgas, hierzu gehört auch der Nordwesten. Das alternative H-Erdgas stammt vorwiegend aus Norwegen, Russland und Dänemark. Parallel zum Pipeline-Bau unternimmt EWE Netz daher aktuell Anstrengungen, auch alle rund 650 000 Erdgasgeräte im Nordwesten an diese Erdgasqualität anzupassen, bevor die Niederlande ihre Lieferungen einstellen. Damit ein Erdgasgerät mit H-Gas weiter betrieben werden darf, muss es in der Regel technisch umgerüstet werden. Jeden Tag besucht das Unternehmen dafür rund 1500 Kunden. Im Landkreis Cloppenburg starten diese Besuche erst im Jahr 2022.

In den Niederlanden kam es in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Erdbeben und Erdstößen, besonders betroffen davon ist die Region Groningen. Niederländische Experten haben die eigene Erdgasförderung als Verursacher der Beben ausgemacht.

Hinzu kommt ein zunehmendes Schwinden der Förderkapazitäten des L-Gases in den Niederlanden. Bereits in wenigen Jahren kann der Nachbar daher nahezu kein Erdgas mehr nach Deutschland exportieren. Deutsche Gas-Förderstätten können den Ausfall nicht kompensieren. Der deutsche Gesetzgeber verpflichtete daher bundesweit mehr als 40 L-Gasnetzbetreiber, ihre jeweilige Region auf das H-Gas umzustellen.

Ähnlich wie im Straßenverkehr weist das Gasnetz unterschiedlich leistungsfähige Leitungen auf. Das Fernleitungsnetz der Gastransport Nord GmbH, GTG, mit der höchsten Kapazität transportiert das Erdgas in die angeschlossenen regionalen Netze von EWE Netz. Für die Umstellung der Erdgasqualität von L auf H werden alle Netze vom Fernleitungsnetz bis zu den lokalen Netzen nach und nach umgestellt.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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