Cloppenburg Seit langem ist bekannt: Der Cloppenburger Kindergarten St. Andreas muss von Grund auf saniert werden – oder verlagert. Denn das Gebäude ist in einem desolaten Zustand. Seit ebenso langer Zeit beweisen die Eltern der Kindergartenkinder viel Geduld und warten auf eine Veränderung der misslichen Lage. Bislang ohne Erfolg. „Wann wird endlich gehandelt? Warum werden wir seit Jahren hingehalten?“, erbost sich nicht zuletzt Anne Linschmann, Elternbeiratsvorsitzende des St.-Andreas-Kindergartens.

Es sind tatsächlich Jahre: So hatte beispielsweise der damalige Cloppenburger Dechant Hartmut Niehues im Mai 2011 verkündet, dass der Kindergarten grundsaniert beziehungsweise neu gebaut werden solle. Im September 2012 dann wurde jedoch bekannt, dass das Bischöflich-Münstersche Offizialat in Vechta die Investitionszuschüsse für Kindergärten runterfahren wird. Zwischen Stadt und Kindergarten-Träger entbrannte ein Streit über die künftige Finanzierung von Sanierungen.

Im Laufe der Zeit präsentierte die Cloppenburger CDU die Idee, ein Familienzentrum am Standort der Marienschule Hauptschule an der Kirchhofstraße einzurichten, sollte die Hauptschule eines Tages an den Standort Wallgärten umsiedeln. Doch auch hierüber ist ein Finanzierungsstreit entbrannt.

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Den Eltern reichen das Hickhack und die zwischendurch immer wieder laut gewordenen Versprechungen, es werde sich bald etwas tun. Sie haben genug von Ideen und Ankündigungen, sie wollen Taten sehen. Denn: „Die Räumlichkeiten im St.-Andreas-Kindergarten sind nicht schallisoliert beziehungsweise gedämmt“, beginnt Linschmann die Mängel aufzuzählen. „Und die sanitären Einrichtungen sind eine Katastrophe.“ Üble Gerüche stiegen aus den maroden Rohrleitungen auf, ständig komme es zu Rohrbrüchen, Waschbecken seien kaputt. „Viele Kinder ekeln sich vor der Benutzung und zögern ihren Toilettengang so lange es geht hinaus, was zu Harnwegsinfekten oder Verstopfung führen kann“, so Linschmann. Darüber hinaus gebe es nur eine Toilette für Erwachsene, die alten Fenster seien nicht kindersicher und die Garderobe viel zu klein.

Dramatisch ist laut Linschmann auch der Platzmangel. Heilpädagogen, Physiotherapeuten oder Logopäden hätten keine eigenen Räume. Die hauseigene Sprachexpertin müsse mit den förderbedürftigen Kindern auf dem Flur sitzen, auf dem etwa 20 weitere Kinder ihr Frühstück einnehmen würden.

„Wir fordern umgehend bauliche Veränderungen, zum Wohle der Gesundheit unserer Kinder und des Kindergartenpersonals“, so die Elternbeiratsvorsitzende in einem Schreiben an das Bischöflich-Münstersche Offizialat in Vechta. Kampflos – so Linschmann – wollten die Mütter und Väter diese Situation nicht mehr hinnehmen.

Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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