ELISABETHFEHN Ein Hospizdienst kümmert sich um Sterbende in Barßel und Saterland. Die Religionszugehörigkeit spielt dabei keine Rolle.

von daniela dinstbier ELISABETHFEHN - Keiner sollte mehr alleine sterben. Dies war der Grundsatz, mit dem vor knapp fünf Jahren der ambulante Hospizdienst gegründet wurde. Zunächst begleiteten Ursula Weyland, Maria Pekeler, Almut Richter und Hans Zink Bewohner der Pflegestation im Gesundheitszentrum Barßel und im Seniorenheim St.-Michael-Stift. „Dort gibt es Menschen, die keine Angehörigen mehr haben oder die selbst schon zu alt für Besuche sind. Und wenn dann keiner mehr da ist, gibt es immer noch uns“, beschreibt Zink seine Motivation für den Hospizdienst, der mittlerweile auch Privathäuser besucht.

Der ökumenische Kreis möchte aber auch den Angehörigen helfen, sie entlasten und ihnen Beistand leisten. „Wenn wir kommen, haben sie für einen Moment Zeit für sich und können sich alltäglichen Dingen zuwenden.“ So umschreibt Pastorin Bärbel Bleckwehl die Aufgabe des Dienstes. Dem Sterbenden wollen sie die Möglichkeit zum Gespräch oder das Gefühl menschlicher Nähe geben. Ein Konkurrent zum Pflegedienst seien sie aber nicht, betont Ursula Hilger, denn dem Hospizdienst geht es um den menschlichen Beistand, wenn der Tod kurz bevorsteht. „Das Sterben schreckt viele Menschen ab, denn es lässt sich kaum sagen, wann der Tod eintritt“, sagt Hilger.

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Sie hat sich zur ambulanten Sterbebegleitung ausbilden lassen und dabei gelernt, mit dem Tod umzugehen. Auch Ursula Weyland hat diese Ausbildung abgeschlossen. Mittlerweile kann sie sich ruhig mit dem Tod auseinander setzen. „Bei meiner ersten Begleitung hatte ich noch große Angst vor dem Moment. Je öfter ich jetzt mit dem Tod konfrontiert werde, desto besser kann ich damit umgehen“, sagt Weyland. Die Arbeit im Hospizdienst sei zudem eine Grenzerfahrung, so Pastorin Bleckwehl, da dem Begleiter gleichzeitig seine eigene Sterblichkeit vor Augen geführt werde.

Damit nicht jeder der Begleiter mit seinen Erfahrungen alleine bleibt, trifft sich der Kreis einmal monatlich, um über Sterben, Tod und Trauer zu sprechen. Auch Fortbildungen, wie beispielsweise zum Umgang mit Demenzkranken, besuchen die Mitglieder gemeinsam. Außerdem tauschen sie sich mit den Hospizgruppen der Umgebung aus.

Bislang sind die Ehrenamtlichen um Pastorin Bleckwehl aber noch bemüht, die Hemmschwelle für ihren Dienst in der Bevölkerung zu senken. „In der Region ist der Familienzusammenhalt noch sehr groß“, weiß die Pastorin. Außerdem sei das Sterben ein intimer Vorgang. Nur wenige trauten sich, eine familienfremde Person hinzu zu holen, ergänzt Weyland. Dabei ist das Angebot kostenfrei und mit keinerlei Verpflichtungen verbunden.

Weitere Informationen über den Hospizdienst gibt es bei Pastorin Bärbel Bleckwehl unter 04499/922675.

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