Heede Energiewende – für viele Bürger ist das graue Theorie, die noch weit weg ist. Doch die geplante Abkehr vom Atomstrom wird auch die Region Cloppenburg betreffen. Wie das aussieht, davon haben sich am Mittwochnachmittag rund 20 Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter in Heede (Kreis Emsland) ein Bild gemacht.

Auf Einladung des Übertragungsnetzbetreibers Tennet besichtigte die Gruppe die Konverterstation „Dörpen West“; eine riesige – geschätzt 800 mal 400 Meter große – Anlage, die wahrscheinlich so oder so ähnlich auch beim bisherigen Umspannwerk Osterfeld in Bethen gebaut werden soll. Aber wofür wird diese Anlage an der Umgehungsstraße zwischen Emstek West und Cloppenburg Ost eigentlich gebraucht?

Um den Strom von den großen Windpark-Anlagen in der Nordsee Richtung Süddeutschland zu transportieren, werden drei Erdkabel von Borkum/Emden über Ostfriesland und Barßel/Edewecht zweitrassig Richtung Cloppenburg geführt. Der auf See erzeugte Gleichstrom wird in den drei geplanten Konverstationen in Drehstrom (Wechselstrom) umgewandelt und in eine neue 380-Kilovolt (KV)-Höchstspannungsleitung eingespeist, die von Cloppenburg Richtung Merzen führen soll. Außerdem soll auch die bestehende 220-KV-Drehstromleitung, die von Conneforde kommend über Kellerhöhe hinweg nach Cloppenburg geht, den Erfordernissen der Energiewende angepasst und somit auch auf 380 KV aufgerüstet werden.

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Verwaltung und ein Großteil der Politik brachten am Mittwoch den Tennet-Mitarbeitern Markus Lieberknecht, Catherin Krunkenmeyer und Stefan Loos gegenüber ihre Skepsis zum Ausdruck. Dafür führten sie im Wesentlichen drei Gründe an. Die Kellerhöher Bürger fühlten sich schon jetzt unter der bestehenden 220-KV-Leitung gesundheitlich beeinträchtigt, hieß es. Durch eine Auflastung auf 380 KV würden die elektrischen und magnetischen Felder noch stärker werden. Dazu hieß es seitens der Tennet, dass die bestehenden Grenzwerte trotzdem deutlich unterschritten werden.

Zudem fürchten die Bürger in der Region Cloppenburg eine Zerschneidung der Landschaft und große Hemmnisse für die Neuanlage von Wohnsiedlungen und Gewerbegebieten, weil zu den Masten und Freilandleitungen große Mindestanstände eingehalten werden müssen. Und last but not least würden durch den Neubau der drei Konverterstationen rund 32 Hektar bestes Ackerland auf Bether Gebiet verbraucht.

Verschiedene Ratsvertreter schlugen deshalb vor, die neue 380-KV-Leitung großzügig um Kellerhöhe herum und dann parallel zur Autobahn 1 zu führen. Dort könnten auch die Konverterstationen errichtet werden. Dies ist allerdings mit erheblich höheren Kosten verbunden.

Die Tennet-Vertreter sicherten der Cloppenburger Delegation eine größtmögliche Bürgerbeteiligung im gesamtem Verfahren zu. „Dafür kommt Tennet zu den Bürgern“, so Krunkenmeyer, die als Referentin für Bürgerbeteiligung demnächst ein Büro in Oldenburg beziehen wird. Zurzeit ist sie noch am Tennet-Hauptsitz in Bayreuth unter Telefon 09 21/50740-42 13 oder catherin.krunkenmeyer@tennet.eu zu erreichen.

Der Netzbetreiber – so Krunkenmeyer weiter – werde bei der Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens Gespräche mit den betroffenen Grundstücksbesitzern führen, um „Hinweise und Anregungen zur Optimierung der Planung aufzunehmen“. Beim nächsten Schritt, dem formalen Beteiligungsverfahren mit öffentlicher Auslegung, werde Tennet öffentliche „Informationsmärkte“ veranstalten.


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Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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