Cloppenburg Nicht ohne Anpassungsprobleme ist die Übernahme der Station Bollingen vom früheren Mitbewerber Hatting/Nort über die Bühne gegangen. Bei der Jahreshauptversammlung der Schweinebesamungsstation Weser-Ems am Mittwoch in Bethen gestand Geschäftsführer Werner Taphorn den „Verlust einiger Kunden und Mitarbeiter“ ein. Alle hätten die Veränderungen nach der überraschenden Vergrößerung des Cloppenburger Unternehmens zwar eingesehen, „aber nicht mehr, als es sie selbst betraf“.

„Das Zusammenwachsen erfordert Zeit“, mahnte Taphorn Geduld an. „Bollingen schlägt zu Buche“, begründete er den mit 18 700 Euro niedrigen Überschuss. Letztlich sei aber wegen einer nötigen Risikominimierung angesichts drohender Seuchengefahren und auch der – wegen niedrigerer Sauenhalterzahlen betriebswirtschaftlich erforderlichen – Synergieeffekte die Integration von Bollingen nötig gewesen. Angesichts einer Rückstellung von 250 000 Euro und einem auf 3,98 Millionen Euro erhöhten Eigenkapital sei die Ergebnis-Korrektur nach unten mehr als verkraftbar.

1300 Eber standen Ende 2015 in den Stationen in Bethen, Dohren, Heetberg, Bollingen und Warendorf.

2,1 Mio. Euro Umsatz machte der Awe-Agrarshop Weser-Ems, eine Tochter der Schweinebesamungsstation Weser-Ems, 2016. Das war nur eine geringe Steigerung gegenüber 2015, nämlich 0,2 Prozent; aber 2001 waren es nur eine Mio. Euro gewesen.

6,5 Mio. Euro Umsatz verzeichnet die gesamte Station. Steigerung gibt es vor allem, wenn die Ferkelpreise auch nach oben gehen.

Genau 1 768 825 Samenportionen wurden 2016 verkauft. 2015 waren das nur 1 454 893 gewesen. Der Grund für diese enorme Steigerung: die Übernahme der Station Bollingen.

90 Beschäftigte hat der Verein. Der meiste Umsatz wird mit dem Verkauf von Samen gemacht, die Stations-Mitarbeiter sind vor allem als Verkäufer tätig.

Die Schweinebesamungsstation Weser-Ems bietet jetzt an fünf Stationen – neben Bollingen und Cloppenburg noch Heetberg – mit, so Taphorn, „zentraler Bedeutung“ und Dohren im Emsland sowie Warendorf – 1300 Eber auf. Willi Willoh, Vorsitzender der Schweinebesamungsstation, hatte vor einem Dutzend Vertretern aus Zuchtorganisationen, vielen Mitarbeitern und nur einigen Mitgliedern deutliche Worte in Richtung der aktuellen Politik gefunden. „Einfache Lügen haben es leichter als komplizierte Antworten“, meinte er angesichts des Meinungsbildes des Agrarsektors beim Klimawandel, Insektensterben oder der Feinstaubproblematik. „Aber es gibt viele Antworten, auch bei uns“. Die Politik solle nicht fast täglich neue Ideen für die Agrar-Marktteilnahme entwickeln.

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Taphorn kritisierte den derzeit mit 41,50 Euro sehr niedrigen Ferkelpreis. „Für diesen Preis kann keiner, so gut er den Betrieb auch führt, produzieren.“ Hinzu kämen die Folgen des Embargos gegen Russland, die vor allem die Landwirtschaft zu tragen habe. Die russische Agrarwirtschaft habe in der Vergangenheit mächtig aufgeholt, sei in der Zwischenzeit zum Selbstversorger geworden und werde schon bald als ernstzunehmender Exporteur auftreten und besonders die „durch Auflagen benachteiligten“ deutschen Bauern vom Weltmarkt verdrängen.

Formalien wurden schnell und einvernehmlich abgehakt, Für Werner Baalmann (Eisten) wurde Ria Schulte (Bokeloh) in den Vorstand gewählt. „Die erste Dame im Vorstand. Damit haben wir die Quote erfüllt“, so Willoh.

Dr. Wilhelm Kremer-Schillings referierte anschließend über „Das Dilemma der Essensmacher – Mut zu kreativer Kommunikation“.

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