Cloppenburg Seit einigen Tagen zieht den Anwohnern im Landkreis Cloppenburg wieder Güllegeruch in die Nase. „Beim Landkreis Cloppenburg gehen aktuell viele Anrufe von besorgten Bürgern ein, die sich über die stattfindende Gülleausbringung bei dieser Witterung beschweren“, so Frank Beumker, Sprecher des Landkreises Cloppenburg, am Donnerstag. Doch dürfen Landwirte überhaupt schon wieder Gülle ausfahren? Die NWZ hat nachgefragt.

Laut Hubertus Berges, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes, sei das momentan kein Problem. Doch man müsse von Tag zu Tag erneut das Wetter beobachten. „Wenn der Boden tagsüber oberflächlich antaut, ist das absolut in Ordnung“, sagt er. „Wenn man einen Eistag hat, dann wäre es nicht zulässig.“ Auch bei Dauerfrost und Schnee dürften Landwirte nicht düngen.

Wann sie Gülle fahren dürfen und wann nicht, ist in der Düngeverordnung geregelt. Eine Sperrfrist verbietet das Ausbringen des organischen Düngers bis zum 31. Januar. Auf dem Acker beginne diese Sperrfrist bereits nach dem Ernten der Hauptfrucht im Vorjahr, berichtet Dr. Clemens Hackstedt, stellvertretender Dienststellenleiter der Bezirksstelle Oldenburg-Süd der Landwirtschaftskammer. In Ausnahmefällen greift die Sperre nach dem Ernten der Zwischenfrucht. Auf Grünland dürfen Landwirte bis zum 31. Oktober düngen.

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Sollte es nach Aufhebung der Sperrfrist einen ganzen Tag lang frieren, sei eine Ausbringung von Gülle nicht erlaubt, so Hackstedt. „Man will eine Gewässerverunreinigung vermeiden.“ Ist der Boden länger gefroren, könne der Dünger abschwemmen. Liegen die Temperaturen tagsüber zum Beispiel bei zwei Grad, „dann ist man rechtlich auf der sicheren Seite.“ Sobald der Boden im Tagesverlauf oberflächlich antaut, kann die Gülle einsickern.

Derzeit sei es zudem einfacher für die Landwirte, zu düngen. In den vergangenen Monaten hatten sie mit der Feuchtigkeit zu kämpfen. Ist der Boden leicht angefroren, sei die Befahrbarkeit verbessert. Wird bei Schnee oder Dauerfrost gedüngt, droht Strafe: Sollte durch eine unsachgemäße Ausbringung Gülle in ein Gewässer gelangen, liegt eine Gewässerverunreinigung vor. „Der Landkreis Cloppenburg leitet dann im Zusammenwirken mit der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta die erforderlichen strafrechtlichen Verfahren gegen den Verursacher ein“, sagt Beumker.

Anna-Lena Sachs Redakteurin / Online-Redaktion
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