Cloppenburg Warum bekommen Jugendliche zu ihrem 16. Geburtstag eine Tüte Mehl über den Kopf geschüttet? Welche Beweggründe haben Landwirte, wenn sie ihren Hof aufgeben? Diesen und anderen Alltagsfragen will das Kulturanthropologische Institut Oldenburger Münsterland (KAI OM) – das mit der Universität Vechta kooperiert – nun nachgehen. Am Dienstagabend ist die Forschungseinheit im alten Werther Haus beim Eingang des Museumsdorfs an der Museumsstraße eröffnet worden.

Was ist das Ziel des Instituts?

Oldenburger Münsterland – das bedeute für viele Landwirtschaft, Nitratbelastung, Agrarindustrie. Um diese Stereotype aufzubrechen und um zu zeigen, wie sich die Region verändert, welche Kultur und Werte sie wirklich ausmachen, ist das KAI gegründet worden. Mit der Forschung sollen Zukunftsfragen nach dem Wohnen, Leben und Arbeiten beantwortet werden. Die Ergebnisse und Dokumentationen sollen außerdem zeigen, welche Identität und Werte die Menschen im Oldenburger Münsterland teilen – und ihnen so das Heimatgefühl und die Verbundenheit näherbringen.

Wer steht hinter der Forschungseinrichtung?

Das Team des Instituts bilden Geschäftsführerin Professor Dr. Christine Aka, der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Thomas Schürmann und die Volontärin Malaika Winzheim. Partner der Forschungseinrichtung sind das Cloppenburger Museumsdorf, die Universität Vechta, die Landkreise Cloppenburg und Vechta, der Heimatbund Oldenburger Münsterland, die Bernhard-Remmers-Akademie (Löningen) und die Anna-und-Heinz-von-Döllen-Stiftung (Diepholz). ♠

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Was sind die Reaktion auf das An-Institut?

„Dass man sich in Niedersachsen für ein Kulturthema so stark macht, ist etwas ganz besonderes. Wir sehen hier viel Potenzial, das Institut ist der richtige Schritt“, sagt Museumsdorfleiterin Dr. Julia Schulte to Bühne, die sich im Hinblick auf die Arbeit des Museumsdorfs darüber freut, dass jetzt Wissenschaftler in der Nähe arbeiten.

Von neidischen Blicken einiger Universitäten in Süddeutschland berichtet Prof. Dr. Burghart Schmidt, Präsident der Universität Vechta. „Einmalig in Deutschland und sogar einmalig in Europa“ ist das Institut laut Professor Dr. Uwe Meiners. Er hatte als Vorgänger von Schulte to Bühne die Entstehung angestoßen und war nun als Präsident der Oldenburgischen Landschaft zur Eröffnung nach Cloppenburg gekommen. Als Alleinstellungsmerkmal bezeichnete Landrat Johann Wimberg das Institut.

Welche Projekte sind schon angestoßen?

Insgesamt drei Forschungsprojekte werden momentan bearbeitet, erläutert Geschäftsführerin Aka. Sie befasst sich derzeit mit Missionaren, die aus dem Oldenburger Münsterland in die ganze Welt gegangen sind. „Es geht weniger um die Motivation, warum sie zu Missionaren geworden sind. Sondern eher um die Vernetzung in die Heimat. Wie viel Geld ist von hier in die ganze Welt geflossen, wie viele Besucher hatten die Missionare aus der Heimat? Und welches Bild haben die Missionare von ihrer neuen Heimat in der Region vermittelt?“, beschreibt es die studierte Volkskundlerin.

Mit dem Höfesterben, der Weitergabe des landwirtschaftlichen Betriebs und der Rolle der Landwirte in der dörflichen Gemeinschaft will sich Mitarbeiter Schürmann beschäftigen. Dazu hat er auch schon einige Interviews geführt. Noch am Anfang ihrer Arbeit steht Volontärin Winzheim, die das Team erst seit Anfang Januar unterstützt. Die Kulturanthropologin aus dem Rheinland beschäftigt sich mit der Jugendkultur und den Ritualen im Alltag der Jugend. Das reiche vom Einmehlen einer 16-Jährigen bis zu Junggesellenabschieden, erläutert Aka.

Was ist die Forschungsgrundlage?

Die Wissenschaftler sind in ihrer Arbeit und Erforschung vor allem auf Kontakt zur hiesigen Bevölkerung angewiesen. Wer also etwas zu den Forschungsgebieten beitragen kann, kann sich gerne beim Institut unter Telefon 0 44 71/ 7 01 06 61 oder per E-Mail unter info@kai-om.de melden.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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