Cloppenburg Als Katharina Deeben 1997 in die bei der Kreisverwaltung angesiedelte Wirtschaftsförderung eintrat, bestand diese noch aus zwei Stellen. „Heute verfügen wir über acht feste Kräfte und zwei für Projekte“, betont die vor kurzem verabschiedete Leiterin der Stabsstelle. Als erste Aufgabe kümmerte sie sich damals um ein Projekt, mit dem Sozialhilfe-Empfänger in Arbeit vermittelt werden sollten.

Eine fordernde Aufgabe, die einen großen Vorteil für Deeben und die Wirtschaftsförderung hatte: „In der Zeit konnte ich Kontakte zu sehr vielen Unternehmen im Landkreis knüpfen.“ Das zahlte sich aus, als sie 2002 die Leitung der Stabsstelle übernahm. „Für mich war das Größte immer, mit den Firmeninhabern zusammenzuarbeiten und ihren Unternehmergeist zu spüren. Ich fand die anpackende Art der Menschen im Landkreis schon immer gut“, betont die gebürtige Cloppenburgerin, der in ihrer Amtszeit vor allem Gründer und Innovationsvorhaben am Herzen lagen. „Damit wird nämlich die Dynamik eines Landkreises belegt.“

41 Jahre im öffentlichen Dienst. Wie waren die so? Deeben schmunzelt. „Manchmal anstrengend, aber nicht ganz erfolglos. Man ist schon stolz drauf, wenn man mit einem guten Team zur Weiterentwicklung des Landkreises beigetragen hat.“ Unter ihrer Leitung nahm das Gewerbegebiet Ecopark letzte Hürden, und mit dem C-Port bekam der Landkreis seinen ersten Güterhafen.

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Dazu wurde das Radwegeleitsystem im Kreis eingeführt. Ein für Deeben schönes Projekt: der Kauf der Schleuse Osterhausen durch den Kreis und die anschließende Restaurierung durch eingeworbene Finanzmittel. „Wir haben über die Jahre mit allen Maßnahmen zu tun gehabt, die zum Wachstum beitragen können: Innovationsförderung, Breitbandausbau, Bezuschussung von Gewerbegebieten oder Förderungsvermittlung.“ Letzteres sei vor allem bei der EU zunehmend schwieriger geworden. „Brüssel hat uns immer wieder gegängelt.“ Heute gingen Finanzhilfen vor allem an strukturschwache Regionen, zu denen der Landkreis Cloppenburg seit 2014 aus Sicht von Bund und Land nicht mehr zählt.

Im Laufe von Deebens Zeit bei der Wirtschaftsförderung veränderte sich die Arbeitsweise von Kreisen und Kommunen. „Man denkt heute viel regionaler. Wir sind im Oldenburger Land, in der LEADER-Region, im Innovationsnetzwerk Niedersachsen, in der Hansalinie, in den Zweckverbänden Hasetal und Thülsfelder Talsperre und nicht zuletzt im Oldenburger Münsterland. Dazu kommen zahlreiche Unternehmensnetzwerke.“

Die Wirtschaftsförderung, das ist keine Pflichtaufgabe des Landkreises, betont Deeben, die bei ihrer Verabschiedung großes Lob von Landrat Johann Wimberg erhielt. „Katharina Deeben war das Gesicht der Wirtschaftsförderung, hat die Unternehmen sehr positiv begleitet und ihre Akzente bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Landkreises mit eingebracht.“ Ihre Fachkompetenz und ihre guten Verbindungen zur Wirtschaft würden der Verwaltung fehlen.

Über mehrere Monate hat Deeben ihren Nachfolger Dirk Gehrmann eingearbeitet. „Der Kreis muss noch attraktiver werden für Neubürger, Arbeitskräfte und Unternehmen. Die müssen wir locken mit Angeboten in Kultur, Freizeit und Sport.“ Nun liegt vor Katharina Deeben der Ruhestand. „Ich trete gerne ab und freue mich auf Reisen, mehr Sport und viel Zeit mit meinem Partner, meiner Tochter und meinem Enkel.“ Und sollte ihr langweilig werden, nutzt sie vielleicht alte Begeisterung aus ihrer Arbeit. „Ich wollte immer schon Unternehmerin werden.“

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